Gartenpflanzen Gehölze - Zier- und Formgehölze

Immergrüne Bäume für den Garten

Stikafichte immergrüne Bäume

Wenn im Winter Blumen und Stauden verblüht sind, gehören immergrüne Bäume zu den Struktur gebenden Elementen im heimischen Garten. Doch auch während der Sommermonate stellen Kiefer, Buchsbaum und Co. einen echten Blickfang dar; zwischen den Ansammlungen bunter Blumen bieten die immergrünen Gewächse einen grünen Ruhepool innerhalb der Gartenanlage. Als klassisches Nadelgehölz werden vor allem Arten wie Kiefer und Fichte, aber auch Buchsbaum und Stechpalme kultiviert. Dekorative Pflanzen mit schuppenförmigen Blättern, zum Beispiel Scheinzypresse oder Lebensbaum, gehören ebenfalls dazu.

Immergrüne Bäume – Fichten

Als traditioneller Strukturgeber im heimischen Garten wird häufig die Fichte kultiviert. Die Nadeln des immergrünen Gewächses aus der Gattung der Kiefergewächse sind regelmäßig schraubig an den Zweigen angeordnet und präsentieren an der Unterseite oft zwei auffällige weiße Streifen. Als wichtigste Sorten werden in heimischen Gärten besonders folgende Fichten angebaut:

Hohe Bäume:

  • Rotfichte: 25-40m hoch, geschlossen kegelförmiger Wuchs und dunkelgrüne Blätter
  • Serbische Fichte: 20m hoch, schlank kegelförmig Wuchs, glänzend grüne Blätter, unterseits weiße Streifen
  • Orientalische Fichte: 15-20m hoch, geschlossen kegelförmiger Wuchs, glänzend dunkelgrün
  • Stikafichte Sitkafichte: 15-35m hoch, breit kegelförmig und lockerer Wuchs, Blätter unterseits silbrig-weiß

Kleine Bäume und Zwergfichten:

  • Mähnehfichte: 10-15m hoch, ausgebreitete Äste mit mähnenartigen herabhängenden Zweigen
  • Blaue Igelfichte: bis 1m hoch, blaugrüne Blätter

Bei Zwergformen stehen die Nadeln häufig sehr dicht. Hohe Arten, zum Beispiel die Rotfichte, werden als Solitärpflanze oder aber für hohe Schnitthecken verwendet. Dabei erreicht diese Sorte, die dunkelgrüne Nadeln ausbildet, eine Höhe von bis zu 40m. Im Lauf der Jahre hat allerdings die Bedeutung der Zwergformen deutlich zugenommen, die beispielsweise für den Vorgarten innerhalb von Beeten, teilweise auch für Heide- oder Steingärten bzw. in Pflanzengefäßen Verwendung finden. Zu den wichtigsten Zwergformen gehört die Blaufichte, die man als klassischen Weihnachtsbaum verwendet.

Die meisten Fichtenarten vertragen einen absonnigen Standort, die Zwergsorten der Blauen Igelfichte, die Sitkafichte und die Orientalische Fichte gedeihen auch im lichten Schatten. Grundsätzlich sollten luftfeuchte und kühle Bedingungen vorherrschen; Wärme und Trockenheit wird ausschließlich von der Serbischen Fichte, Stadtklima zusätzlich noch von der Stechfichte und der Orientalischen Fichte vertragen. Diese Fichten präsentieren sich auch als besonders frosthart, während alle anderen Sorten nach starken Frösten stark geschädigte Zweigpartien aufweisen können. Gegenüber Luftschadstoffen verhalten sich die meisten Fichtenarten empfindlich; Ausnahmen bilden hier die Serbische Fichte und die Mähnefichte. Als geeigneter Boden hat sich ein leichtes bis mittelschweres, frisches bis feuchtes Substrat bewährt, das keine Oberflächenverdichtung aufweist. Die meisten Arten gedeihen auf saurem und kalkhaltigem Boden.

Die Vermehrung der reinen Arten erfolgt über Aussaat, Sorten hingegen ausschließlich über Veredlung. Die Bepflanzung erfolgt im Frühjahr oder im Herbst. Bei idealer Standortwahl präsentieren sich Fichten insgesamt anspruchslos. In Trockenperioden und auch während anhaltender Wintertrockenheit sind die immergrünen Bäume zu gießen, störende Triebe sind nach Bedarf zu kürzen, die nach dem Frost abgestorbenen Pflanzenteile zu entfernen. Neben Grauschimmel, den man durch ein spezielles Fungizid bekämpfen kann, kommen bei der Fichte vermehrt Wicklerraupen vor, die Nadeln sowie Rinde oder Zapfen anfressen. In der Regel ist hier jedoch keine Bekämpfung notwendig.

Lebensbaum

Ein echter Blickfang im heimischen Garten stellt der Lebensbaum (Thuja occidentalis) dar, der zumeist als Heckengehölz Verwendung findet. Der aus Nordamerika stammende Baum, der zu den Zypressengewächsen gehört, bildet eine schmal kegelige Krone aus; diverse Sorten sind auch mit säulen- oder kugelförmigem Wuchs erhältlich. Das immergrüne Nadelgehölz erreicht eine Höhe von bis zu 15 Metern, wobei vor allem die Triebspitzen und Früchte starke Giftstoffe enthalten.

Thuja immergrüne Bäume Als Standort bevorzugt der Lebensbaum einen sonnigen Bereich im Garten. Der Baum wirkt in Einzelstellung ebenso dekorativ wie innerhalb von Gehölzgruppen. Besonders gerne wird der Lebensbaum auch als Hecke verwendet, die ein dekoratives Element innerhalb der Grünanlage darstellt. Zwergsorten eignen sich darüber hinaus auch für Beete, Steingärten und für die Gefäßkultur. Das verwendete Substrat sollte frisch bis nass sein; dann gedeiht das Gewächs am besten. Zwar präsentiert sich der Lebensbaum rauchhart und verträgt Stadtklima hervorragend, allerdings weist die Pflanze eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Streusalz auf. Ansonsten ist wenig Pflege notwendig. Selbst eine kräftiger Rückschnitt, der häufig aus dekorativen Zwecken durchgeführt wird, macht der Pflanze nichts aus.

Die Vermehrung kann mit folgenden Methoden erfolgen:

  • reine Sorten durch Aussaat
  • ansonsten über Vermehrung
  • Bepflanzung am besten im Herbst

Der Lebensbaum neigt bei falschen Standort- und Bodenverhältnissen zur Ausbildung diverser Erkrankungen. Lehmiger, schwerer Boden, in dem leicht Staunässe entstehen kann, führt dann beispielsweise zur Entstehung des bodenbürtigen Schadpilzes Phytophthora. Betroffene Pflanzen welken oder sterben ab. Als Gegenmaßnahme muss ein Standortwechsel in besser durchlüftete Bodenbereiche durchgeführt werden. Ein klassischer Schädling der auftreten kann, ist die Miniermotte. Das typische Schadbild sind braun gefärbte Triebspitzen. Als Gegenmaßnahme eignen sich spezielle Pflanzenschutzmittel.

Die Stechpalme

Stechpalme Ilex Mit seinen sattgrünen Blättern und den dekorativen, leuchten roten Früchten setzt die Stechpalme besonders kontrastreiche Akzent innerhalb der Grünanlage. Das Gewächs präsentiert sich entweder als Großstrauch oder Baum, der je nach Sorte kegelförmig, breit buschig oder schmal aufrecht wächst. Die Stechpalme bildet glänzend grüne, bei Sorten auch weiß oder gelb gemusterte, ledrige, stachelig gezähnte Blätter sowie weiße Blüten und erbsengroße rote Früchte. Die Höhe der Pflanze variiert zwischen einem und zehn Metern, wobei das Gewächs insgesamt eine breite von sechs Metern einnehmen kann. Als optimaler Standort eignet sich ein Bereich im Garten, der im Halbschatten liegt und ein wenig Schutz bietet. Innerhalb von Gehölzgruppen ist die Kultivierung ebenso möglich wie in frei wachsenden Hecken, zur Unterpflanzung größerer Gehölze oder auch als Einzelstellung.

Tipp: Kleinwüchsige Sorten eignen sich durchaus auch für die Gefäßpflanzung.

Das verwendete Substrat sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • durchlässig
  • mäßig trocken bis frisch
  • humos
  • sandig

Als rauchharte Pflanze ist die Stechpalme auch zur Kultivierung bei Stadtklima geeignet.
Diese Art der immergrünen Bäume benötigen insgesamt wenig Pflege. Ein gezielter Schnitt erfolgt bei Bedarf. Bei Hecken werden die Zweige möglichst gezielt mit einer Schere eingekürzt. Junge Sträucher mulcht man während der Wintermonate, während im Sommer bei sonnigem Stand zusätzlich Schattierung notwendig sein kann. Im Herbst sollte die Stechpalme ausgiebig gegossen werden.

Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Stecklinge im Sommer oder durch Aussaat. Die Stechpalme gehört zu den Kaltkeimern. Die Pflanzung erfolgt bevorzugt im Frühjahr. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass neben den weiblichen Exemplaren mindestens ein Pollenspender gesetzt werden muss, damit die dekorativen Früchte erscheinen.

Scheinzypresse

Auf der Beliebtheitsskala der immergrünen Gartengehölze stehen die Scheinzypressen sehr weit oben. Für die Kultivierung in heimischen Gärten stehen vor allem amerikanische Arten zur Verfügung. Aber auch ostasiatische Arten werden häufig verwendet. Zu den beliebtesten Scheinzypressen zählen folgende Sorten:

  • Lawson-Scheinzypresse
  • Nutka-Scheinzypresse
  • Muschelscheinzypresse
  • Fadenscheinzypresse

Chamaecyparis lawsoniana Bei der häufig kultivierten amerikanischen Lawson-Scheinzypresse handelt es sich um einen immergrünen Baum, der in der Jugend säulenförmig, später dann kegelförmig wächst und dabei eine deutlich nickende Spitze ausbildet. Je nach Sorte erreicht das Gewächs eine Höhe zwischen einem und 20 Metern. Die kurzen, waagrecht abstehenden Äste sind dicht mir dunkelgrünen schuppenförmigen Nadeln besetzt, während die Zapfen eine kugelige Form aufweisen und von hellbrauner Farbe sind. Säulenförmige Sorten werden vor allem für Hecken und im Einzelstand verwendet, niedrige Exemplare kommen auch in Steingärten, Beeten, Hecken oder als Gefäßkultur zum Einsatz.

Als optimaler Standort bietet sich ein luftfeuchter und windgeschützter Bereich im Garten an, der einen durchlässigen, frischen und humosen Boden bietet. Die rauchharte Pflanze ist hervorragend für Stadtklima geeignet. Anspruchslos und robust, benötigt die Lawson-Scheinzypresse wenig Pflege und präsentiert sich gut schnittverträglich. Allerdings sollten Solitäre möglichst nicht geschnitten werden. Die Vermehrung erfolgt durch Absenker und Stecklinge, wobei sich der frühe Herbst als optimale Pflanzzeit präsentiert.

Die Muschelscheinzypresse, die vor allem aufgrund ihrer muschelförmigen Zweige auffällt, wird gerne in japanischen Gärten, aber auch für Rabatten, Steingärten und als Gefäßkultur eingesetzt. Das Gewächs fühlt sich in einem Bereich im Garten wohl, der im Halbschatten oder absonnig liegt.

Hinweis: Die Muschelscheinzypresse verträgt keine pralle Sonne!

Eine hohe Luft- und Bodenfeuchtigkeit verbessert die Wuchsbedingungen der Pflanze. Als optimales Substrat hat sich durchlässiger, frisch und humoser Boden bewährt. Die Pflanze ist rauchhart und eignet sich für das Stadtklima nur bedingt. Ansonsten ist die Zypresse recht anspruchslos, allerdings sollte man sie nicht schneiden. Wie bei den amerikanischen Sorten, kann man für die Vermehrung sowohl Stecklinge als auch Absenker verwenden; die Pflanzung erfolgt dann im frühen Herbst.

Alle Scheinzypressen können von dem Borkenkäfer heimgesucht werden, dessen Fraßschäden anhand von einzeln stehenden, braun gefärbten Triebstücken auffallen. Da bisher keine geeigneten Gegenmaßnahmen bekannt sind, sollten befallene Pflanzen umgehend vernichtet werden.

Buchsbaum

Buchsbaum Als immergrüner kleiner Baum oder Strauch gehört der Buchs bereits seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Ziergehölzen. Die dicht buschig wachsende Pflanze wächst sehr langsam und erreicht im fortgeschrittenen Alter eine Höhe von bis zu sechs Metern. Die dichte Belaubung mit eiförmigen, glänzend dunkelgrünen Blättchen wirkt indes besonders dekorativ. Traditionell wird der Buchs aufgrund seiner außergewöhnlichen Schnittverträglichkeit für kunstvolle Hecken, Figuren oder Kugeln genutzt. Niedrige Sorten eigen sich darüber hinaus auch als Beeteinfassung im Bauerngarten oder in Kübeln. Für eine optimale Entwicklung sind bestimmte Standort- und Bodeneigenschaften zu berücksichtigen:

  • Standort im Halbschatten
  • mäßig trockener bis frischer Boden
  • Substrat sollte humusreich sein
  • vorteilhaft ist ein Anteil an Kalk

Ursprünglich im Mittelmeeraum beheimatet, bevorzugt der Buchsbaum zwar grundsätzlich Wärme, verhält sich in unseren Breiten jedoch trotzdem winterhart. Auch die übrige Pflege gestaltet sich recht einfach; ein gezielter Rückschnitt ist das ganze Jahr über möglich. Ein Formschnitt kann mit Hilfe von Schablonen und gespannten Schnüren erfolgen. Der Buchsbaum zeigt sich gegenüber zahlreichen Erkrankungen anfällig. Besonders häufig tritt ein Pilzbefall auf, der sich zunächst durch kreisrunde Flecken auf den Blättern, später durch Welken äußert. Wird der Befall frühzeitig erkannt, lohnt sich ein gezielter Rückschnitt. Auch abgefallene Blätter sollten von der Erde entfernt werden.

Ein gezieltes Zurückschneiden kann auch erforderlich sein, wenn der Buchbaumfloh auftritt. Der Befall ist anhand des typischen Schadbildes – stark eingerollte Blätter – erkennbar. Zur Bekämpfung kann außerdem ein Insektizid eingesetzt werden, das im Frühjahr ausgebracht wird. Die Buchsbaumgallmücke (Monarthropalpus buxi) macht sich hingegen durch blasige Aufwölbungen bemerkbar, in deren Mitte sich ein dunkler Punkt befindet. Stark befallen Triebe werden zurück geschnitten. Sind die Tiere, die als Larven im Blatt überwintern, im Mai geschlüpft, kann zusätzlich der Einsatz eines Insektizids erfolgen.

Fazit
Immergrüne Bäume verschönern jede Gartenanlage und sorgen auch während der Wintermonate für dekorative Akzente. Ob Anfänger oder passionierter Hobbygärtner – für jeden Pflanzenfreund stehen ausgewählte immergrüne Pflanzen zur Verfügung, die in unterschiedlichen Bereichen des Gartens eingesetzt werden können. Optimal gepflegt, bereichern die Gewächse über einen Zeitraum von vielen Jahren den heimischen Garten.