Jackfrucht, Jackfruchtbaum, Artocarpus heterophyllus - Pflege

JackfruchtbaumDer Jackfruchtbaum ist eine seltene Schönheit, eher bekannt sind seine großen Früchte. Mit weit über 60 Zentimetern Umfang und 35 Kilo Gewicht bereichern diese in Asien den Speiseplan von Menschen und Tieren. Vereinzelt sind die Früchte auch in heimischen Obstläden anzutreffen. Auch wenn die Ernte in unseren Breitengraden ausbleibt oder nur mäßig ausfällt,



so lässt sich die Jackfrucht selbst doch problemlos als Kübelpflanze kultivieren. Das immergrüne Gewächs bietet einen aparten Kontrast im eigenen Wintergarten, fühlt sich aber auch in hellen Wohnräumen überaus wohl.

Steckbrief
  • Jackfrucht stammt ursprünglich aus Vorderindien.
  • Auch Brotfrucht, Nangka, Jakobsfrucht oder Fruta del pobre genannt.
  • Gehört zur Familie der Maulbeerengewächse.
  • Immergrüner Baum mit einer dichten Laubkrone.
  • Artocarpus heterophyllus kann eine Wuchshöhe von bis zu 20 Metern erreichen.
  • Die Borke ist rau und dunkelbraun.
  • Blütenstände erreichen eine Länge von bis zu 5 Zentimetern.
  • Unreife Früchte sind gelblich-grünlich, Reife hingegen gelblich-braun.
  • Wächst in Höhenlagen von bis zu 1100 Metern.
Standort und Boden

Die tropische Pflanze mit den imposanten Früchten lässt sich in unseren Breitengraden nur im Kübel oder Gewächshaus kultivieren. Dabei stellt der Jackfruchtbaum jedoch wenig Anforderungen an den Hobbygärtner. Ein vollsonniger Platz wird ebenso dankend angenommen wie ein Standort im lichten Halbschatten. Lediglich dunkle Orte sollten Sie meiden, da hier das Wuchsbild und auch die Widerstandsfähigkeit der immergrünen Pflanze sichtbar leiden. In den warmen Sommermonaten können Sie die Pflanze problemlos auf dem Balkon oder der Terrasse halten. Ganzjährig ziert das indische Gewächs Wintergarten oder andere helle, warme Räume im Haus.

JackfruchtDas Substrat im Pflanzgefäß muss humusreich und durchlässig sein. Wenn Sie auf normale Blumenerde zurückgreifen, sollten Sie diese mit Humus aus dem Garten vermischen. Zusätzlich sorgen Materialien wie beispielsweise Blähton oder Lavasplitt dafür, dass sich das Erdreich auch bei übermäßiger Nässe nicht verdichtet.

Düngen und Gießen

Artocarpus heterophyllus sollten in der Hauptvegetationszeit regelmäßig Nährstoffe zugeführt werden. Von April bis Ende August wird dafür alle 1 bis 2 Wochen Flüssigdünger verabreicht. Die richtige Dosierung entnehmen Sie dafür der Packungsanleitung, wobei hier gilt: Weniger ist mehr. Um den Dünger gleichmäßig im Substrat zu verteilen, sollten Sie diesen direkt mit dem Gießwasser vermischen. Im Winter darf nicht gedüngt werden, denn die tropische Pflanze könnte sonst Schäden erleiden. Bei einer Überdüngung verfärben sich die Blätter und fallen ab. In einem solchen Fall sollten Sie den Jackfruchtbaum umgehend in mageres Substrat umsetzen und für 3 bis 5 Wochen vollständig auf die Nährstoffversorgung verzichten.

Das Maulbeerengewächs bevorzugt eine hohe Luftfeuchtigkeit und einen konstant feuchten Boden. Auch wenn die Pflanze ursprünglich in den Tropen beheimatet ist, verträgt sie keine Staunässe. Eine Drainage am Kübelboden sorgt dafür, dass überschüssige Wassermassen schneller abtransportiert werden. So können die empfindlichen Wurzeln keinen Schaden nehmen und Schlauchpilze keine Wurzelfäule erzeugen können. Die immergrüne Jackfrucht darf auch im Winterquartier keinesfalls vernachlässigt werden. Gießen Sie auch hier hin und wieder mit kalkfreiem, abgestandenem Wasser. Anders als in den Sommermonaten genügt es, wenn die oberste Erdschicht spürbar getrocknet ist, ehe Sie nachgießen. Haben Sie die Wasserversorgung eine Zeit lang komplett vergessen, so sollten Sie der Kübelpflanze ein Wasserbad gönnen:
  • Kübelpflanze vollständig mit dem Topf in ein Gefäß mit Wasser stellen.
  • Vorsichtig hin und her bewegen.
  • Kübel erst entnehmen, wenn keine Luftblasen mehr aus dem Substrat aufsteigen.
Tipp: Vermehrt abfallende, welke Blätter im Winter können auf Trockenheit hinweisen. Überprüfen Sie das Substrat sofort und wässern Sie bei Bedarf sofort nach.

Pflanzen und Umtopfen

Artocarpus heterophyllusJackfruchtbäume

können im Kübel kultiviert eine Wuchshöhe von bis zu 4 Metern erreichen. Die richtige Pflege und der ideale Standort vorausgesetzt. Diesen Umstand sollten Sie bereits vor dem Kauf des tropischen Maulbeerengewächses berücksichtigen. Seine volle Pracht entfaltet der Baum an einem festen Standort, wie beispielsweise im Wintergarten oder in einem hellen, warmen Zimmer. Ganzjährig können Sie Artocarpus auch im Gewächshaus halten, sofern dieses über genügend Platz und die nötigen Mindesttemperaturen von 15°C verfügt. Bei der Pflanzung selbst ist nur wenig zu beachten, es gelten die gleichen Hinweise wie für andere Kübelpflanzen auch. Wählen Sie ein stabiles Pflanzgefäß aus, welches nur etwa 3 bis 4 Zentimeter mehr Umfang aufweist als der Wurzelballen der Jackfrucht. Dadurch können sich Wurzeln und auch Stamm gleichmäßig und im richtigen Verhältnis zueinander entwickeln.
  • Kübelpflanzen sollten im Frühjahr oder Herbst gepflanzt oder umgetopft werden.
  • Eine Drainage aus porösem, nicht verrottbarem Material am Gefäßboden ist wichtig.
  • 3 bis 4 Zentimeter dick Substrat ausbringen.
  • Pflanze einsetzen und das Gefäß mit Erde auffüllen.
  • Durch leichtes Drücken und Klopfen werden Hohlräume entfernt.
  • Fest angießen.
Frisch gekeimte oder gekaufte Pflanzen sollten nicht unmittelbar dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Gewöhnen Sie die Gewächse erst langsam daran, um Schäden an den immergrünen Blättern zu vermeiden. Umgetopft wird etwa nach 3 bis 4 Jahren, oder spätestens dann, wenn die Wurzeln der tropischen Pflanze das Gefäß vollständig und sichtbar ausfüllen. Der beste Zeitpunkt für diesen Schritt ist Anfang März, noch bevor das Gewächs vollständig aus seiner Winterruhe erwacht. Auch hier sollte das Pflanzgefäß nur wenige Zentimeter größer sein als das bisher verwendete, das alte Substrat wird so gut wie möglich aus dem Wurzelgeflecht entfernt.

Vermehren

Erfolgreich vermehren lassen sich Jackfruchtpflanzen durch Samen. Die exotischen und mehrere Kilogramm schweren Früchte erhalten Sie in gut sortierten Supermärkten oder aber im Obstfachhandel. Lösen

Sie die Samen vorsichtig aus der reifen Frucht heraus und reinigen Sie das Saatgut in destilliertem Wasser. Die Samen müssen so schnell wie möglich eingepflanzt werden, eine Lagerung oder Trocknung ist nicht möglich.

Je länger Sie warten, desto mehr sinkt die Keimfähigkeit.
  • Wählen Sie ein flaches Anzuchtgefäß.
  • Magere Erde, Kokosfasern oder Perlit verwenden.
  • Standort muss hell und warm sein.
  • Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 22° - 25°C betragen.
  • Substrat gleichmäßig mit einem Wasserzerstäuber feucht halten.
JackfruchtbaumUm die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, sollten Sie eine perforierte, durchsichtige Folie über die komplette Anzuchtschale spannen. Nehmen Sie die Folie täglich für 2 bis 3 Stunden ab, um durch Luftzirkulation Schimmelbildung in der Erde zu verhindern. Wann sich die ersten Triebspitzen zeigen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. In der Regel benötigen die Samen von Artocarpus heterophyllus zwischen 14 und 21 Tagen bis zur Keimung.

Tipp: Wenn Sie keine Frucht zur Samengewinnung finden können, so greifen Sie doch einfach auf Saatgut aus dem Online-Fachhandel zurück.

Schneiden

Der Baum mit den größten Früchten der Welt benötigt keinen Form- oder Rückschnitt. Vielmehr besteht die Gefahr, dass unsachgemäß entfernte Triebe zu einer Infektion von Viren und Pilzerregern führen können. Wenn Sie die Jackfrucht dennoch zurückschneiden möchten, so gehen Sie behutsam vor und verwenden Sie nur gut gereinigtes und geschärftes Werkzeug. Während tote und kranke Pflanzenteile ganzjährig beseitigt werden können, sollten Sie einen potenziellen Rückschnitt nur im zeitigen Frühjahr vornehmen. So ist das Gewächs in der Lage, Schnittwunden durch den baldigen Austrieb schnell selbst zu verschließen.

Überwintern

Als tropische Pflanze mag es der Jackfruchtbaum auch im Winter mollig warm. Temperaturen von 15°C sind das absolute Minimum, wohl fühlt sich die immergrüne Pflanze jedoch zwischen 20°-22°C. Selbst das Sonnenlicht darf in der kalten Jahreszeit nicht fehlen. Ein tristes Winterquartier in der Garage oder im warmen Keller verträgt das immergrüne Gewächs absolut nicht. Neben Trockenheit ist auch Lichtmangel ein Grund für vermehrten Laubverlust im Winter. Wichtig: Meiden Sie die direkte Nähe zu aktiven Heizkörpern und setzen Sie die Pflanze auch nicht Zugluft aus.

Den richtigen Zeitpunkt für die Umsiedlung ins Winterquartier zu finden, ist schwierig. Dabei macht es Ihnen die Jackfrucht jedoch einfach, denn kurzzeitig kommt die Pflanze selbst mit niedrigen Temperaturen bis 5°C zurecht. Richten Sie sich nach dem Wetter und bringen Sie das Gewächs noch vor den ersten frostigen Graden in Sicherheit.

Krankheiten und Schädlinge

Selbst bei der richtigen Pflege bleibt der Besuch schadhafter Insekten und Pilzerreger häufig nicht aus. Auch der Jackfruchtbaum ist - trotz seiner exotischen Herkunft - nicht vor heimischen Plagegeistern sicher. Ergreifen Sie sofort wirksame Gegenmaßnahmen, um Folgeschäden an der Pflanze zu vermeiden und um eine Weiterverbreitung der Schädlinge und Pilze zu verhindern.

Schildläuse: Bei diesen Schädlingen sollten Sie einen Fehler auf gar keinen Fall machen: Zu chemischen Mitteln greifen. Denn die Insekten entwickeln innerhalb kürzester Zeit eine Resistenz gegen die Wirkstoffe. Um die an der Blattunterseite und den Stängeln klebenden Schädlinge dennoch los zu werden, sollten Sie vielmehr auf biologische Stoffe setzen.
  • Lösung aus Schmierseife, Wasser und Alkohol an den befallenen Stellen ausbringen.
  • Olivenöl auf die Schildläuse tupfen.
  • Eine Mischung aus Kapuzinerkresse, Farnkraut und Wasser 1x wöchentlich spritzen.
JackfruchtbaumVerlieren Sie nicht die Geduld, denn die vollständige Beseitigung der Läuse ist langwierig. Vom Entfernen der an der Pflanze festsitzenden Panzer wird abgeraten. Denn unter diesen sitzt der gefräßige Nachwuchs der Insekten, welcher sich durch unsachgemäßes Vorgehen über eine große Fläche verteilt.

Spinnmilben: Eine klebrige Pflanzenoberfläche, silberfarbene Sprengel an den Blättern, sowie welkes Laub und Triebspitzen deuten auf Zellsaft saugende Insekten hin. Die nur wenige millimetergroßen Milben befallen bevorzugt Zimmerpflanzen im Winter. Trockene Raumluft und Wärme fördern dabei den Befall. Um die Schädlinge loszuwerden, können Sie verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen anwenden. Häufig ist eine Kombination derselben notwendig, da Spinnmilben als überaus hartnäckig gelten.
  • Pflanze mit einem harten Wasserstrahl in der Dusche bzw. Badewanne abbrausen.
  • Mit Seifenwasser befallene Pflanzenteile abwischen.
  • Luftfeuchtigkeit durch komplettes Umwickeln von Folie kurzzeitig erhöhen.
Wirkungsvoller als die Beseitigung von Spinnmilben ist die Vorsorge. Sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum, beispielsweise indem Sie einen Zimmerbrunnen aktivieren oder Gefäße mit Wasser aufstellen.

Wurzelfäule: Kommen die Wurzeln der exotischen Gewächse übermäßig lang mit Gieß- oder Regenwasser in Kontakt, besteht die Gefahr einer Besiedlung mit Schlauchpilzen. Diese sorgen durch das Absondern toxischer Stoffe für eine langsame Zersetzung der unterirdischen Pflanzenteile. Ein muffiger Geruch und eine kümmernde Pflanze sind ein deutlicher Hinweis auf bereits fortgeschrittene Wurzelfäule. Wirksame Fungizide aus dem Fachhandel gibt es nicht. Sie können nur versuchen die Pflanze zu retten, indem Sie diese unverzüglich in trockenes Substrat umsetzen. Befallene Wurzeln sollten dabei nicht entfernt werden. Sofern der Befall nicht zu weit fortgeschritten ist, erholt sich das Gewächs wieder.

Häufig gestellte Fragen

Trägt der Jackfruchtbaum im Wintergarten auch Früchte?

Ältere Pflanzen im Kübel können durchaus vereinzelt Früchte ausbilden. Allerdings fallen diese erheblich kleiner im Umfang und Gewicht aus, als man es von den imposanten Exemplaren in tropischen Ländern gewohnt ist. Lassen Sie das Obst direkt am Baum reifen, ehe Sie mit der Ernte beginnen. Sie können die Ausbildung der Blüten fördern, indem Sie die Pflanze regelmäßig gießen und für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.

Gibt es einen speziellen Winterschutz, um die Gewächse dauerhaft ins Freiland zu pflanzen?

Artocarpus heterophyllus ist nicht für die dauerhafte Kultivierung im Garten geeignet. Auch wenn die Pflanze für kurze Zeit einstellige Temperaturen übersteht, sollte sie diesen dennoch nicht langfristig ausgesetzt sein. Trotz einer wärmenden Abdeckung aus Rindenmulch, Reisig oder einem Wintervlies bringen Sie die Jackfrucht nicht sicher und unbeschadet durch die kalte Jahreszeit. Temperaturen von mindestens 15°C sind die Grundvoraussetzung für ein gesundes und üppiges Wachstum.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema?

Wir beantworten Ihre Fragen gern im Forum von Gartendialog.de: direkt zum Gartenforum.
Tipps für Schnellleser
- Der Jackfruchtbaum verträgt einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort.
- Substrat sollte humusreich und durchlässig sein.
- Erdreich darf nicht austrocknen.
- Staunässe mithilfe einer Drainage verhindern.
- Auch im Winter muss die immergrüne Pflanze gewässert werden.
- In der Hauptvegetationszeit mit Flüssigdünger düngen.
- Ein Rück- oder Formschnitt ist bei Artocarpus heterophyllus nicht erforderlich.
- Die Vermehrung erfolgt über die Samen.
- Das Saatgut ist nicht lagerfähig und verliert im Alter die Keimfähigkeit.
- Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme zeigen sich innerhalb weniger Wochen die ersten Triebe.
- Das Maulbeerengewächs verträgt kurzzeitig Temperaturen um die 5°C.
- Muss warm und hell überwintert werden.
- Anfällig für Spinnmilben und Schildläuse.
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