Petersilie - Anbau, Pflanzen, Pflege & Ernte

PetersiliePetersilie gehört zu den meistgeschätzten Küchenkräutern der Deutschen, die vielen guten Speisen erst die entscheidende Würze gibt. Jeder weiß, dass Petersilie möglichst frisch eingesetzt werden sollte, weil sie getrocknet an Aroma verliert. Deshalb ist es eigentlich unverständlich, warum die Petersilie nicht schon in jedem



Hausgarten Ihrem Platz gefunden hat, schwer zu kultivieren ist sie nämlich auch nicht:


Was ist Petersilie für eine Pflanze?

Petersilie ist ein Doldengewächs, wie viele andere Kräuter, die im heimischen Klimaraum unsere Küche bereichern: Anis und Dill, Fenchel und Liebstöckel, Kerbel, Koriander und Kümmel sind ebenfalls Doldenblütler. Die Petersilie gehört schon so lange zu unseren wichtigen Kulturpflanzen, dass heute niemand mehr genaue Angaben zu Ihrer ursprünglichen Heimat machen kann, wahrscheinlich wuchs die Ur-Petersilie auf einem Stück Land, das irgendwo zwischen dem östlichen Mittelmeergebiet und Westasien liegt.

Heute wird sie überall in Europa und im Mittelmeerraum angebaut, die glatten oder auch krausen Blätter der Zuchtformen gehören in vielen Ländern zu den häufigsten eingesetzten Küchenkräutern und die Wurzeln sind nicht nur in Deutschland ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Suppengrüns.

Der botanische Name Petroselinum crispum kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Felsen- (petra) Sellerie (selinon), das "crispum" bedeutet "kraus" und gehört auch zur Bezeichnung der glatten Petersilie, die krause wurde einfach nur noch ein bisschen krauser gezüchtet, dazu unten. Die Übersetzung wird im deutschen Sprachraum vielfach variiert, in Bayern kennt man den Petersil, in Österreich auch, dort und in der Schweiz können Sie aber auch Petergrün oder Steinsilge, Peterle oder einfach nur Silk verlangen, wenn Ihr selbstgemachter Sommersalat so richtig kräuterfrisch schmecken soll.

Petersilien-Pflanzen kaufen

Petersilie im BeetPetersilie gibt es wirklich überall, im Supermarkt oder im Discounter, in den meisten Fällen im Topf und mit Wurzeln dran. Natürlich können Sie Ihre Petersilie hier im Zuge des täglichen Einkaufs erwerben und diese Pflanzen auch in den Garten setzen, Sie sollten nur nicht zu viel erwarten von solchen Petersiliengewächsen, sie sind eigentlich wirklich nur dafür gezüchtet, in die nächste Suppe zu wandern und könnten sich schwer damit tun, auf "eigenen Füßen zu stehen". In den Garten setzen oder zumindest umtopfen sollten Sie diese Petersilien dann auf jeden Fall ziemlich schnell, die vorgezogenen Kräutern werden in der Regel in viel zu kleinen Töpfen verkauft, in denen die eigentlich nicht für längeres Überleben gedachten Wurzeln schnell an Grenzen stoßen und dann mit Fehlentwicklungen beginnen.

Wenn Sie Wert auf kräftige Pflanzen mit besonders viel Aroma legen, sollten Sie Ihre Jungpflanzen auf dem Markt oder beim örtlichen Gärtner kaufen, das sind dann Petersilienpflanzen, die wirklich für das Gartenbeet herangezogen wurden. Eine Fachgärtnerei mit gutem Angebot an einheimischen Kräutern und Gemüsen bietet Ihnen selbstverständlich glatte Petersilie, krause Petersilie und Wurzelpetersilien als Jungpflanze an, unter Umständen sogar in verschiedenen Sorten.

Sie können sich Ihre Petersilien-Jungpflanzen natürlich auch selbst aus Samen heranziehen, das geht im Grundsatz auf dem Küchenfenster jederzeit. Sie brauchen kleine Töpfchen mit nährstoffarmer Anzuchterde, in denen Sie die Petersilie etwa einen Zentimeter in die Erde geben - Petersilie gehört zu den Dunkelkeimern. Diese Dunkelkeimer sind nicht gerade für einen schnellen Start berühmt, deshalb wird mitunter empfohlen, die Samen vor der Aussaat 24 Stunden

einzuweichen, das soll die Keimdauer verkürzen. Ebenfalls schneller soll es gehen, wenn Sie die Blumentöpfe oder Minigewächshäuser auf das Fensterbrett über die Heizung stellen, wenn Sie Glück haben, sollen schon ein paar Tage nach der Aussaat die ersten Keimlinge zu sehen sein. Sie sollten aber auch nicht aufgeben, wenn es länger dauert, abhängig von Bodentemperatur und "Laune" (Petersilien sind bekannt dafür, sich beim Keimen etwas anzustellen) kann es bis zu vier Wochen dauern, bis sich das erste Grün zeigt.

Krause PetersilieFür Anfänger im Umgang mit Pflanzen, die in Bezug auf die Umstände einer Aussaat etwas unsicher sind, hat der Handel längst die perfekte Lösung erdacht: Einen fertig vorbereiteten "Kräuterbecher" mit Samen und allem Zubehör, und einer genauen Anleitung natürlich, wie Sie vorgehen müssen. Diese praktischen Aussaat-Lösungen gibt es (auch in verschiedenen Geschenk-Outfits) bei der Firma Gartenprodukte Hoffmeyer GmbH & Co. KG aus 56112 Lahnstein, über www.hoffmeyer.de können Sie Verkaufsstellen in Ihrer Nähe erfragen.

Wenn die kleinen Pflänzchen so weit sind, dass sich die ersten "richtigen" Blätter entwickeln, werden sie vereinzelt, wobei Sie durch vorsichtiges Einkürzen der Wurzeln gleich noch die Verzweigung fördern können, entweder in einen größeren Blumentopf oder in den Garten. Die Petersilie im Blumentopf ist jedoch keine ideale Lösung, sie ist sogar ziemlich schwierig zu kultivieren, das sollten sich nur Zimmergärtner mit viel Fingerspitzengefühl antun. Sie verträgt nämlich absolut keine Staunässe, trocknet aber in der Wohnung andererseits auch ziemlich schnell aus, schon die richtige Bewässerung ist hier eine ziemlich knifflige Angelegenheit. Außerdem braucht sie in der Saison Dünger, der sehr schwierig zur Zufriedenheit der Petersilie zu dosieren ist, und im nächsten Jahr einen völlig neuen Boden.

Der Petersilien-Profi sät seine Petersilie ohnehin lieber gleich in den Garten aus, der ausgewählte Samen kommt

dann zur richtigen Zeit und am richtigen Standort direkt ins Beet:

Standort und Aussaat der Petersilie

Petersilie im Topf säenDie Petersilie wächst in der Natur am liebsten an felsigen Hängen, in den sonnigen Höhen einer Mittelmeerküste zum Beispiel. Auch wenn sie im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern ein Mehr an Nährstoffen, eine humusreiche Erde, durchaus annimmt und zu schätzen weiß, blieb die Abneigung gegen Frost bestehen. Wenn Sie Petersilie in den Garten aussäen, sollten Sie also auf jeden Fall die Eisheiligen im der Mitte des Monats Mai abwarten. Sie können die Petersilie aber auch sehr gut erst im Juli oder August aussäen, die warmen Temperaturen bekommen ihrer Entwicklung sogar richtig gut. Der Boden sollte nahrhaft und feucht sein, und so locker, dass sich die Nässe niemals stauen kann. Die Petersilie kann an einen sonnigen Standort gepflanzt werden, hat aber wie fast alle Pflanzen nichts dagegen, wenn dieser in der grellen Mittagssonne im Halbschatten liegt.

Es ist jedoch trotzdem nicht ausgeschlossen, dass die Petersilie sich etwas "zickig" gibt, Sie sollten die Saatfläche deshalb im Auge behalten. Das erleichtern Sie sich, wenn Sie in die gleiche Reihe einige Radieschen als "Markiersaat" aussäen. Wenn die schon längst gegessen und verdaut sind und sich trotz weiterer gleichmäßiger Befeuchtung des Bodens nach nunmehr gut vier Wochen immer noch kein Petersilien-Keimling blicken lässt, haben Sie augenscheinlich den falschen Platz für "Prinzessin Petersilie" gewählt und können ein Stück weiter einen neuen Versuch starten.

Dass Petersilie schlecht keimt oder sich nur mickrig entwickelt, kann an den falschen Nachbarn oder dem falschen Beet liegen, Petersilie soll weder Kopfsalat neben sich mögen noch am gleichen Standort wie die Vorgänger-Generation gedeihen. Verzeihung, wie die drei Vorgänger-Generation - Petersilie soll frühestens nach vier Jahren an den gleichen Standort gepflanzt werden, diese weite Fruchtfolge soll das vielleicht wichtigste Geheimnis beim Anbau von Petersilie sein. Denn in der Erde rund um die Petersilie siedeln sich Petersilie liebende Älchen an, die sich am gleichen Standort viel zu sehr vermehren. Eine weitere Gefahr in der Petersilienerde sind Pilze, die die Petersilie zum Absterben bringen können. Auch diese Pilze können sich weniger gut entwickeln, wenn die Petersilie jedes Jahr einen anderen Standort bekommt, sie sollen generell dadurch in Schach zu halten sein, dass Sie die Petersilie erst sehr spät aussäen. Die Ählchen sollen auch schon im Vorfeld zu vertreiben sein, indem das spätere Petersilienbeet im Vorjahr mit Tagetes bepflanzt wird.

Aussaat von PetersilieGurken, Lauch und Rettich, Tomaten und Zwiebeln werden als Nachbarn normalerweise gerne angenommen, neben Rettich (und Radieschen) soll der Petersilienduft sogar die Erdflöhe vertreiben. Wenn die Petersilie trotzdem zögert, könnte es auch noch daran liegen, dass Sie das Beet gerade frisch (und mit Kunstdünger) gedüngt haben, und wenn es das auch nicht ist, hat sie vielleicht einfach keine Lust, soll vorkommen bei Petersilie.

Die Pflege der Petersilie im Garten

Wenn Sie ein Stück Garten gefunden haben, an dem sich die Petersilie zufrieden entwickelt hat, haben Sie den Hauptteil der Pflege eigentlich schon hinter sich, Sie müssten dann nur noch folgende Feinheiten beachten:
  • Petersilie möchte gleichmäßig, aber mäßig gegossen werden, zu viel Wasser nimmt sie schnell übel.
  • Sie sollten deshalb immer erst gießen, wenn sich die oberste Schicht der Erde bei Handauflage trocken anfühlt.
  • Wenn draußen große Hitze herrscht, braucht sie jedoch zusätzliche Feuchtigkeit.
  • Wenn Ihre Petersilie kräftig wachsen soll, braucht sie einige Nährstoffe, allerdings ist sie auch hier wieder recht wählerisch, frischen Dünger mag sie nicht.
  • Deshalb sollten Sie das Beet durch Einarbeitung reifen Komposts gut vorbereiten.
  • Normalerweise kommt die zweijährige Petersilie bei uns gut über den Winter, in sehr kalten Lagen können Sie Ihr ein wenig Reisig als Winterschutz gönnen.
  • Im nächsten Jahr kann dann im Frühjahr vielleicht etwas Algenkalk und Steinmehl gegeben werden.
  • Die zweijährige Pflanze kann dann im zweiten Jahr selbst für ihre Nachfolger sorgen, wenn Sie die sich nun entwickelnde Blüte ausreifen lassen.
Je nachdem, wann Sie ausgesät haben, werden Sie erst im zweiten Jahr so richtig kräftig ernten können, zuerst ist die Petersilie mit der Wurzelbildung beschäftigt, dann kommen die Blattrosetten. Die Aussaat soll sich trotzdem lohnen, sie soll besonders kräftige Pflanzen hervorbringen.

Es gibt nicht nur eine Sorte Petersilie

PetersilieErst einmal werden grundsätzlich zwei Varianten Petersilie unterschieden:
  • Die Blattpetersilie wird auf Geschmack in den Blättern gezüchtet.
  • Die Wurzelpetersilie (Petersilienwurzel, Knollenpetersilie) soll eigentlich mit dem untersten Teil im Suppengrün landen, ihre Blätter können aber auch verwendet werden.
Dann gibt es bei der Blattpetersilie glatte und krause Petersilie. Mit der glatten Petersilie ist es noch einfach, sie hört einfach auf den Namen Blattpetersilie, glatte Petersilie oder italienische Petersilie, bei der krausen Petersilien ist es weniger simpel:
  • Es gibt zunächst drei Gruppen "Kräuselung" mit speziellen Bezeichnungen.
  • Sehr fein gekraust ist die "Farnblättrige Petersilie", "fern leafed" im internationalen Handel.
  • Sehr fein bis fein gekraust die "Petersilie Typ Mooskrause", in den Handelsbezeichnungen auch als "extra krause" bzw. "double/triple curled" benannt.
  • Mittelfein bis grob gekraust ist die "Petersilie Typ Paramount", im internationalen Handel auch als "curled" oder "perlé" ausgezeichnet.
  • Dann gibt es noch eine Skala von 1 bis 9, auf der die "Stärke der Kräusel" genau eingeordnet wird.
All das drückt sich teilweise im botanischen Namen aus, teilweise auch nicht, bei der Gartenpetersilie gibt es nämlich auch noch viele Zuchtsorten von einer botanisch identischen Petersilie, wenn Sie im Garten mit verschiedenen Sorten "spielen möchten", sollten Sie bei einem kundigen Fachhändler einkaufen.

Petersilie ernten

Egal wie glatt oder kraus sich Ihre Petersilie geben mag - Sie sollten immer nur die äußeren Blätter ernten, wenn Sie die Herzblätter im Inneren abschneiden, wird die Pflanze sich nicht mehr weiter entwickeln.

Schneiden Sie die Petersilie möglichst kurz vor dem Einsatz - sie könnte zwar im Kühlschrank (verschlossener Behälter) einige Tage gelagert werden, verliert dabei aber viele Vitamine, das können Sie vermeiden, wenn Sie Petersilie im Garten stehen haben.

Wenn Sie zu viel Petersilie geerntet haben, sollten Sie sie am besten in kleinen Portionen einfrieren, zum Trocknen eignet sich die Petersilie wirklich nicht sehr gut.

Fazit

Es kann ein wenig dauern, bis Sie für die etwas eigensinnige Petersilie in Ihrem Garten einen genehmen Standort gefunden haben. Trotzdem sollten Sie den Anbau unbedingt versuchen - aus der Gartenerde ist sogar krause Petersilie ein einziges Aromabündel, und es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für das vitaminreiche Kraut.
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Tipps für Schnellleser
Petersilien-Anbau auf einen Blick

- Sie sollten Jungpflanzen beim Gärtner kaufen, die Töpfchen aus dem Supermarkt sind nicht zum Auspflanzen gedacht
- Der Petersilien-Profi zieht seine Jungpflanzen aus Samen, diese Pflanzen sollen besonders kräftig werden
- Das kann in der Küche geschehen, Petersilie im Topf ist jedoch schwierig zu pflegen
- Besser ist die Aussaat direkt in humusreiche Gartenerde, gerne erst recht spät im Jahr
- Wenn Petersilie nicht keimen will, kann das am falschen Standort oder an den falschen Nachbarn liegen
- Außerdem werden die Petersilien in weiter Fruchtfolge kultiviert, frischen Dünger mögen sie nicht
- Ein Petersilienbeet wird deshalb mit Kompost vorbereitet, mitunter hat Petersilie aber auch einfach keine Lust zu keimen
- Ist die Petersilie an einem Standort zufrieden, ist die Pflege nicht mehr schwer: 
- Gleichmäßig, aber mäßig gießen, keine Staunässe, bei der Ernte auf keinen Fall die Herzblätter wegschneiden
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