Hochbeet richtig schichten, befüllen und bepflanzen

HochbeetEin Hochbeet im eigenen Garten verschafft dem Hobbygärtner viele Vorteile: Hier können auf engstem Raum hohe Erträge erwirtschaftet werden, die Beetpflege gestaltet sich rückenschonend und Nagetiere kommen nur sehr schwer an die begehrten Pflanzen heran. Mit einem geeigneten Bausatz ist das Anlegen eines Hochbeetes selbst



für Laien kein Problem. Der wichtigste Faktor ist jedoch die richtige Befüllung und Bepflanzung.

Bei der Bepflanzung kommt es immer auf die Nutzungsart des Beetes an. So folgt ein Gemüsebeet anderen Gesetzmäßigkeiten als ein reines Blumenbeet. Was jedoch immer bedacht werden muss, ist, dass im Hochbeet zunächst die Nährstoffgehalte sehr hoch sind. Das mögen nicht alle Pflanzen gleichermaßen. Deshalb ist eine genaue Pflanzfolge einzuhalten. Diese folgt jedoch einfachen Regeln, die prinzipiell auch für jedes flache Gemüsebeet im Garten gelten.

Funktionsweise eines Hochbeetes

Immer häufiger sieht man in Gärten neben den herkömmlichen Beeten im Garten auch hochgestellte Rahmenkonstruktionen, die bequem im Stehen gepflegt werden können. Diese sogenannten Hochbeete unterscheiden sich deutlich von normalen Erdbeeten. Nicht nur durch ihre Höhe, sondern auch durch ihren inneren Aufbau. Während der Gärtner bei flachen Beeten auf die Bodenbeschaffenheit und -qualität im Garten angewiesen ist, ermöglicht es ein Hochbeet, beste Voraussetzungen für die Pflanzen zu schaffen.

Hochbeet aus SteinEin Hochbeet arbeitet ähnlich wie ein Komposthaufen. Durch Verrottung der organischen Bestandteile im Inneren entsteht neben wertvollem Humus auch Wärme. Die Temperaturen im Hochbeet sind bis zu fünf Grad höher als in einem Erdbeet. Gerade zu Beginn der Vegetationsperiode fördern die höheren Temperaturen das Wachstum der Pflanzen deutlich, sodass sich der Erntezeitpunkt positiv verschiebt. Zudem sind wegen der optimierten Bodenverhältnisse etwa zwei - bis dreimal so hohe Erträge zu erwarten.

Wichtige Komponenten zur Befüllung

Insofern die Möglichkeit besteht, den Standort des Hochbeetes frei zu wählen, ist eine Ausrichtung nach Süden vorteilhaft. Die breite Seite zeigt dabei nach Osten und Westen. Ist die Konstruktion erst einmal aufgebaut, kann es ans Befüllen des Hochbeetes gehen. Die meisten Materialien, die benötigt werden, fallen als Abfälle im Garten an und verursachen keine großen Kosten. Ein Hochbeet besteht immer aus folgenden Komponenten:
Die Mengen der einzelnen Materialien für die Anlage eines Hochbeetes werden häufig unterschätzt. Daher ist es empfehlenswert, den über das Jahr anfallenden Baumschnitt, Gartenabfälle und Kompost schon rechtzeitig für die Befüllung zu sammeln. Besonders gut eignet sich daher der Herbst für die Neuanlage eines Hochbeetes (September bis November).

Die richtige Schichtung

Hochbeet aus GabionenNicht nur die Komponenten eines Hochbeetes sind von entscheidender Bedeutung, sondern auch die Schichtung macht ein gutes Beet aus.
  1. Wenn das Hochbeet auf einer Rasenfläche errichtet wird, stechen Sie die Grasnarbe innerhalb des Beetes am besten in quadratischen Stücken heraus und legen diese vorerst zur Seite.
  2. Der Boden des Hochbeetes ist vor der Befüllung mit einer Grabgabel grob aufzulockern.
  3. Damit keine Wühlmäuse ins Innere vordringen können, legen Sie auf die Grundfläche ein feinmaschiges Drahtgitter (Hasengitter). Das Gitter sollte etwas größer ausfallen als die Grundfläche des Hochbeetes. An den Ecken wird es mit der Zange eingeschnitten und an den Seiten hochgeklappt. Die Seitenteile des Gitters sollten die Seitenwände des Beetes dabei mindestens erreichen. Besser ist es, das gesamte Hochbeet von innen

    mit dem Hasenzaun auszukleiden. So können auch von der Seite keine Nager eindringen. Ein Hochbeet darf niemals nach unten hin abgeschlossen sein. Wird es auf befestigtem Untergrund errichtet, etwa auf betoniertem Boden, Asphalt oder Steinplatten, kann die Feuchtigkeit nicht gut ablaufen und es entsteht Staunässe. Zudem ist es wichtig, dass Kleinstlebewesen und Regenwürmer aus dem Boden ins Erdreich gelangen können, um die Verrottung der Materialien in Gang zu setzen. Nur so bildet sich der für ein Hochbeet so wichtige Humus.
  4. Bei sehr feuchtem oder verdichtetem Gartenboden ist es sinnvoll, zunächst eine Drainageschicht aus etwa 10 Zentimeter Kies oder Ton einzufüllen. Damit die Erde beim Gießen nicht in die Drainage geschwemmt wird, kann ein Pflanzenvlies schützen. Bei normalem Gartenboden ist keine Drainage notwendig.
  5. Zunächst wird nun der Unterbau für das Hochbeet eingefüllt. Er besteht aus einer dicken Schicht (mindestens 20 Zentimeter) grobem Häckselgut. Geeignete Materialien sind: zerkleinerte Baumrinde und gehäckselte Äste. Die untere Schicht aus Häckselgut muss zwar luftdurchlässig sein, sie darf allerdings keine wirklich großen Lufträume einschließen. Deshalb sollten keine ganzen Triebe oder gar Äste unzerkleinert hineingeworfen werden. In diesem Fall würde das Erdreich im Hochbeet bei der Zersetzung der Äste schon nach kurzer Zeit stark in sich zusammensacken. Falls die Schicht sehr locker ist, durch Festtreten verdichten.
  6. Insofern eine Grasnarbe zur Seite gelegt wurde, kann diese nun mit der Wurzelseite nach oben auf die untere Schicht flächig aufgelegt werden. Alternativ können Sie auch folgende Materialien verwenden: Stroh, Grasschnitt (mit Stroh oder Gartenabfällen vermengt), feiner Heckenschnitt, Kleintier-Einstreu und Grünabfälle.
  7. Als Nächstes folgt eine 30 Zentimeter dicke Lage aus feuchtem Laub. Da die meisten Schichtmaterialien im Herbst anfallen, ist es günstig, zu dieser Zeit das Hochbeet zu befüllen. Wer schon im Herbst ein Hochbeet für das kommende Frühjahr plant, sollte die Materialien, insofern sie im eigenen Garten

    anfallen, auf separate Haufen (Baumschnitt und Blätter) schichten. Diese können dann im Frühjahr verwendet werden.
  8. Die vorletzte Schicht besteht aus etwa 10-15 Zentimetern grobem Kompost. Alternativ kann auch normale Gartenerde benutzt werden. Dann ist es jedoch notwendig, die Zersetzung anzukurbeln, um die Nährstoffgehalte zu erhöhen: 50g Hornspäne je Quadratmeter, alternativ 100g Kalkstickstoff je Quadratmeter, alternativ halb verrotteter Stallmist
  9. Den Abschluss bildet eine dicke Schicht aus 15-25 Zentimeter nährstoffreichem, feinkörnigen Material. Es empfiehlt sich, hochwertige Erde für die letzte Erdschicht zu verwenden. Feiner Kompost, klassische Blumen- oder Grünpflanzenerde, Gemüseerde.
Gemüse im HochbeetEs ist normal, dass sich das Erdniveau des Hochbeetes im ersten Jahr etwas absenkt. Es reicht aus, vor der nächsten Pflanzung mit etwas frischer Erde oder feinem Kompost aufzufüllen.

Tipp: Ein frisch befülltes Hochbeet verrottet über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren. Dann sackt das Innere des Beetes ab, die Nährstoffe sind verbraucht und es muss neu gefüllt werden.

Hochbeet bepflanzen

Ein frisch angelegtes Hochbeet zeichnet sich durch einen besonders hohen Nährstoffgehalt aus. Deshalb sollten in den ersten beiden Jahren Pflanzen angebaut werden, die einen hohen Nährstoffbedarf aufweisen. Wie im normalen Erdbeet ist beim Gemüseanbau auf die Fruchtfolge zu achten. Erst ab dem dritten Jahr darf das Hochbeet mit schwach zehrenden Pflanzen bestückt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich in den Pflanzen, die zum Verzehr gedacht sind, zu viel Nitrat anreichert.

Pflanzzeitpunkt
Für eine gute Ernte ist es wichtig, das Saatgut zum richtigen Zeitpunkt in die Erde zu bringen. Wenn das Wetter es zulässt, können schon die ersten Samen im Februar in die Erde eingebracht werden. Dies sollte jedoch niemals dann geschehen, wenn die Erde noch zu kalt (gefroren) oder zu nass ist. Verfügt das Hochbeet über einen Deckel (oder Vlies als Abdeckung) kann es wie ein Frühbeet genutzt werden. Die eigentliche Bepflanzung beginnt dann nach den Eiseiligen Mitte Mai und kann dann nach der Ernte für die nächste Generation bis über den Winter genutzt werden.

Gemüseanbau

1. Jahr: Im Gegensatz zum Blumenbeet gestaltet sich das Anlegen eines Gemüsebeetes mit etwas mehr Planungsaufwand. Wegen des anfänglich hohen Nährstoffgehaltes sind im ersten Jahr erst einmal die sogenannten Starkzehrer unter den Gemüsepflanzen an der Reihe. Hierzu gehören:
GemüsegartenDarüber hinaus sollte auch in einem Hochbeet darauf geachtet werden, dass nicht einseitig die Nährstoffe entzogen werden. Bei einer Einzelkultur besteht zudem eine erhöhte Gefahr von Infektionen und Schädlingsbefall. Daher ist eine Mischkultur ideal. So können sich die Pflanzen gegenseitig ergänzen. Pflanzen entnehmen nämlich dem Boden nicht nur Nährstoffe, sie geben auch unterschiedliche Stoffe durch die Wurzeln wieder an den Boden ab. So ist es möglich, dass sich Pflanzen durch Ausscheidungen aus den oberirdischen Pflanzenteilen (Duft) und auch ihre Wurzelausscheidungen entweder gegenseitig einschränken oder auch schützen. Nur die richtigen Nachbarn sorgen also für eine gute und reichhaltige Ernte.

Das Gemüse im Hochbeet kann bis in den Winter hinein kultiviert werden. Wirsing, Rosenkohl, Lauch oder auch Grünkohl kann bis über den Jahreswechsel geerntet werden. Dabei schützt eine Abdeckung in Form eines klappbaren Deckels, eines aufgelegten Vlieses oder auch eine alte Decke das Gemüse vor Frösten.

2. Jahr: Im zweiten Jahr können Starkzehrer zusammen mit Mittelzehrern eingesetzt werden.
3. Jahr: Ab dem dritten Jahr sind Mittelzehrer und Schwachzehrer zur Kultivierung geeignet.
4. und 5. Jahr: Da nun die Nährstoffgehalte stark gesunken sind, aber immer noch eine ausreichende Menge ohne Düngung liefern können, sind schwach zehrende Pflanzen ideal.
6. Jahr: Hochbeet neu befüllen und in der Pflanzfolge von vorne anfangen.

Diese Gemüsesorten passen zusammen

BlumenkohlEine Bepflanzung des Hochbeetes ohne Abdeckung beginnt Mitte Mai. Ist eine Abdeckung in Form eines Deckels, Plane oder Vlieses vorhanden, können schon kälteunempfindliche Gemüsesorten eingepflanzt werden. Bei der Bepflanzung gilt: Höher wachsende Sorten in die Mitte des Beetes setzen, niedrig wachsende an den Rand. Günstige Kombinationen sind:

Stark zehrende Gemüsepflanzen:
  • Kohl: mit Buschbohnen, Fenchel, Gurken, Spinat, Tomaten, Zwiebeln
  • Karotten: mit Lauch, Zwiebeln, Tomaten, Erbsen, Knoblauch
  • Gurken: mit Knoblauch, Kohl, Sellerie, Zwiebeln und Dill
  • Erbsen: mit Fenchel, Möhren, Radieschen, Rettich, Sellerie
  • Tomaten: mit Karotten, Kohl, Knoblauch, Radieschen, (ab dem 2. Jahr mit Spinat, Salat)
  • Erdbeeren: mit Knoblauch, Kohl, Lauch, Zwiebeln
  • Zucchini: mit Bohnen, Rote Beete und Zwiebeln
Tipp: Die einzigen Gemüsepflanzen, die für lange Zeit auf demselben Boden angebaut werden können, sind Tomaten und Rhabarber. Alle anderen müssen im Wechsel mit anderen Pflanzen angebaut werden.

Mittelstark zehrende Pflanzen (nicht zu Beginn einsetzen, diese Pflanzen speichern Nitrat):
  • Salat: mit Erdbeeren, Fenchel, Gurken, Kohl, Bohnen, Lauch, Tomaten
  • Spinat: Grünkohl, Chinakohl, Kohlrabi, Radieschen
  • Zwiebeln: Erdbeeren, Gurken, Karotten, Salat, Kohl und Bohnen
  • Rettich: Zwiebeln und Radieschen
  • Kartoffeln: Kohlrabi, Erbsen, Spinat, Koriander und Kümmel
  • Endivien: Kohl, Lauch, Bohnen, Karotten
  • Fenchel: Endivien, Erbsen, Gurken, Salat
  • Knoblauch: Erdbeeren, Gurken, Karotten, Tomaten
Rucola SalatSchwach zehrende Gemüsesorten:
  • Rosenkohl: mit Lauch und Sellerie
  • Salate: Borretsch, Kohl, Kohlrabi, Karotten, Radieschen, Zwiebeln
  • Blumenkohl: Endivie, Sellerie, Salat
  • Wirsing: Porree, Rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomaten
  • Kohlrabi: Rote Bete, Sellerie, Spinat, Zwiebeln, Salat
  • Radieschen: Erbsen, Salat, Mangold, Spinat
  • Stangen- und Buschbohnen: Kohlrabi, Salat, Radieschen
Das passt nicht zusammen:

Pflanzen derselben Gattung vertragen sich generell nicht untereinander. Deshalb sollten Sie folgende Gemüsesorten nicht zusammen ins Beet setzen:
  • Kreuzblütler: Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rucola, Wirsing
  • Hülsenfrüchtler: alle Arten von Bohnen, Erbsen und Linsen
  • Doldenblütler: Fenchel, Liebstöckel, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Sellerie
Blumenhochbeete

Ein Hochbeet, das mit Zierpflanzen bestückt ist, kann einen Garten optisch aufwerten und bietet einen ganz besonderen Reiz. Hier ist nicht ganz so viel zu beachten wie bei einem Gemüsebeet. Aber auch hier gilt die Regel: Im ersten Jahr nur stark zehrende Pflanzen einsetzen. Im zweiten und dritten Jahr Mittelzehrer, in den letzten beiden Jahren Schwachzehrer pflanzen.

Stark zehrende Zierpflanzen:
BlumenMittelstark zehrende Zierpflanzen:
  • Dahlien
  • Gloxinien
  • Löwenmäulchen
Schwach zehrende Zierpflanzen:
Fazit

Es ist recht einfach, ein Hochbeet zu befüllen: In dicken Schichten werden zunächst grobe, unverrottete Materialien eingefüllt. Je weiter man nach oben kommt, umso feiner und humoser werden die Schichten. Fast alle Materialien finden sich als Abfälle im Garten wieder. So verursacht das Hochbeet keine oder nur wenig Kosten und sorgt zudem für eine sinnvolle Verwertung der Gartenabfälle. Da ein Hochbeet eine Fülle von Nährstoffen enthält, muss bei der Pflanzung unbedingt beachtet werden, dass zunächst nur stark zehrende Gemüse- oder Zierpflanzen eingesetzt werden. Gerade bei Gemüse ist dies wichtig, da viele Sorten Nitrate einlagern können. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird schrittweise auf mittel und schwach zehrende Pflanzen umgestellt, bis das Hochbeet schließlich nach etwa fünf Jahren neu befüllt werden muss.
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Tipps für Schnellleser
- wichtig sind die richtigen Komponenten und die Reihenfolge der Schichten
- Boden auflockern
- Hochbeet innen mit engmaschigem Gitter auskleiden
- eventuell Drainageschicht anlegen (Kies, Ton)
- 20 Zentimeter Häckselgut einbringen (Holz oder Rinde)
- Grassode (umgedreht), Grasschnitt oder Stroh
- 30 Zentimeter feuchtes Laub
- grober, halb verrotteter Kompost (oder Stallmist)
- 20 Zentimeter humose Garten- oder Gemüseerde
- bei der Bepflanzung auf Nährstoffangebot achten
- zunächst stark zehrende Pflanzen einsetzen
- in den Folgejahren auf mittel und schwach zehrende Sorten wechseln
- bei Gemüseanbau auf Fruchtfolge und die passenden Nachbarn achten
- nach fünf Jahren neu befüllen
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