Hochbeet aus Gabionen selber bauen - Bauanleitung

Gabionen-HochbeetHochbeete sind eine tolle Sache im Garten. Egal ob Gemüse gezogen werden soll, ob Blumen darin wachsen oder was auch immer geplant ist, Gabionen eignen sich für viele Dinge. Da der Drahtkorb in verschiedenen Größen zusammengesetzt



werden kann, ist so ein Beet auch sehr variabel, sowohl in der Form, als auch in der Farbe, denn die Steine können ganz nach Geschmack gewählt werden. Die Hochbeete sind praktisch und halten viele Jahre. Sie können immer wieder befüllt werden. Was man allerdings beachten sollte, lesen Sie in unserem Text.

Kurzer Steckbrief zu den Gabionen
  • Auch Steinkorb, Schüttkorb, Mauersteinkorb oder Drahtschotterkasten genannt
  • Eigentlich ein mit Steinen gefüllter Drahtkorb
  • Verschiedene Höhen, Breiten und Größen erhältlich
  • Unterschiedliche Drahtabstände
  • Werden in der Landschaftsarchitektur, dem Wasserbau, für Trockenmauern eingesetzt
  • Super als Hangbefestigung oder als Alternative zu festen Mauern
  • Zur Befüllung dienen verschiedenste Steine
  • Diese sind beim Kauf von Gabionen aber nicht enthalten
  • Füllmaterial muss zusätzlich angeschafft werden
  • Am natürlichsten sehen mit Flusskieseln gefüllte Gabionen aus
Gemüse im HochbeetKurzer Steckbrief zum Hochbeet
  • Geeignet für Zierbeete, Gemüse- und Kräuterbeete
  • Leicht zu befüllen
  • Rückenschonendes Arbeiten
  • Erschwert Schnecken den Zugang
  • Hohe Erträge durch den speziellen Schichtaufbau im Beet
  • Klassische Hochbeete sind aus Holz
  • Gabionen – sehr moderne Variante
  • Kaum Bedarf von Pflanzenschutzmitteln
  • Gestalterische Flexibilität
  • Kann durch die hohe Bodenwärme schon früh bestellt werden
Vorteile von Gabionen
  • Die ungefüllten Körbe sind leicht
  • Sie lassen sich einfach und kinderleicht platzieren
  • Durch die Füllung kann man eine bestimmte Optik erzielen
  • Leicht zu verbinden bzw. zu montieren, ganz ohne Werkzeuge
  • Durch die Auswahl an Füllmaterialien und die Elemente können verschiedene Formen erzeugt werden
  • Außerdem kann ein Hochbeet angepasst, erweitert und umgebaut werden.
  • Ein Ab- und Wiederaufbau ist unproblematisch
  • In die befüllten Steinwände des Hochbeets können ebenfalls Pflanzen gesetzt werden
Nachteil der Gabionen, speziell beim Hochbeet
  • Sollten spitze Steine aus den Körben herausschauen, kann man sich im Sommer an den nackten Beinen kratzen.
  • Auch sonst sind die Steine sehr rau (außer Flusskiesel), so dass man mit empfindlichen Stoffen daran hängen bleiben kann
  • Teuer, sowohl die Gabionen einzeln, als auch die Steine
Ein Gabionen-Hochbeet selber bauen

Hochbeet aus Stein-GabionenEs gibt zwei Arten von Gabionen-Hochbeeten. Das klassische Gabionen-Hochbeet besteht aus äußeren und inneren Seitenteilen, bzw. aus Einzelteilen, die so zusammengebaut werden. Dass außen eine Mauer und innen ein Beet entsteht. Der Abstand der beiden Körbe beträgt etwa 10 bis 12 cm. Meist werden drei Höhen angeboten, 60cm, 80 cm und 100 cm.

Tipp - Die einfachere und deutlich billigere Version ist die, nur einen Korb zu verwenden und diesen mit einer verrottungsfesten Kokosmatte auszukleiden. Diese wird von innen an das Gitter gelegt und oben am besten umgeschlagen.

Die Gittermatten für beide Arten können einen unterschiedlichen Maschenabstand haben und auch eine unterschiedliche Drahtstärke. In der Regel beträgt diese aber 4mm. Der Draht sollte galvanisiert sein, wodurch ein hoher Korrosionsschutz entsteht. Ein Gabionen-Hochbeet zusammenzusetzen und zu verbinden ist ganz einfach. Jeder Laie kann das bewerkstelligen. Das Aufwändigste an der ganzen Sache ist das Befüllen mit Steinen, je nachdem, wie exakt man diese haben möchte.

Gabionen-Hochbeet vorbereiten
  • Grundfläche, also die Stellfläche mit Pflöcken und einer Richtschnur ringsherum abstecken
  • Das Erdreich wird etwa 10 cm tief abgetragen
  • Die Drahtkörbe werden nun zusammengebaut.
  • Sie werden entsprechend ausgelegt und gestellt und dann mit den zum Korb gehörenden Spiralen oder Klammern verbunden.
  • Die Spiralen werden einfach in Uhrzeigerrichtung an den Außenkanten der Gitterteile eingedreht.
  • Die Klammern werden im regelmäßigen

    Abstand festgemacht, am besten mit einer Gabionen-Zange.
  • Sicherheitshalber kann das leere Hochbeet mit zwei Spannankern stabilisiert werden.
Wer die ganz sichere Variante wählt, baut ein richtiges Fundament, bzw. gießt eines aus Beton. In der Regel ist das beim Hochbeet aber unnötig.

Der Bausatz

Ein Bausatz für ein Gabionen-Hochbeet besteht in der Regel aus mehreren Gittermatten, Wandabstandshaltern, einem Universalklemmensatz oder den Spiralen, der Montageanleitung plus Befüllungshinweisen. Beim Kauf vor Ort ist darauf zu achten, dass der Bausatz vollständig ist, damit man nicht noch einmal los muss. Beim Kauf im Internet ist wichtig, auf die Versandkosten zu achten. Die können sehr unterschiedlich ausfallen und zum Teil recht hoch sein.

Kleinere Maschenweiten sind teurer als große, ganz klar, dafür wird ja auch deutlich mehr Draht benötigt.
Ein Hochbeet mit den Abmessungen 200 x 100 x 100 cm kostet mit einer Maschenweite von 5 x 10 cm etwa 250 Euro (ohne Steine). Bei einer Maschenweite von 5 x 5 cm sind es dann schon etwa 200 Euro mehr.

Die Auswahl der Steine

Gabionen befüllenGabionen können mit den verschiedensten Steinen gefüllt werden. Die preiswertesten sind einfache Bruchsteine. Natürlich muss die Steingröße zur gewählten Maschenweite passen, damit die Steine nicht durch das Gitter fallen. Außerdem müssen die Steine witterungsbeständig sein und dürfen nicht mit der Zeit verfärben, beispielsweise indem sie Moos ansetzen.
Am häufigsten werden Granit, Basalt, Quarzit, Dolomit und Kalkstein genutzt. Sandstein verwittert mit der Zeit und ist deshalb nicht so gut geeignet. Am preiswertesten ist grober Splitt oder Kies. Günstig ist auch Basalt-Kalkstein.

Gabionenkörbe mit Steinen befüllen

Bevor die Steine eingefüllt werden, sind die Innenseiten mit Kokosmatten auszuschlagen bzw. zu verkleiden. Diese Matten verhindern, dass Erde aus

dem Hochbeet zwischen die Steine rutscht. Im Beet würde die Erde immer weniger werden und bei Regen würde sie auswaschen und die ganze Umgebung des Beetes verschmutzen. Wer das Beet höher als einen Meter plant, sollte vor dem Befüllen Abstandshalter einbauen, damit die Körbe in Form bleiben. Bis zu einer Höhe von einem Meter sind sie eigentlich nicht erforderlich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, baut vorsichtshalber welche ein.
  • Wenn für festen Halt gesorgt ist, mit dem Einfüllen der Steine beginnen.
  • Da so wenige Zwischenräume wie möglich zwischen den Steinen bleiben sollen, muss immer wieder gerüttelt werden, damit die Steine zusammenrutschen.
  • Außerdem wird von oben mit einem Gummihammer auf die Steine geklopft, um für ihr Nachrutschen zu sorgen.
  • Am besten, allerdings auch am zeitaufwendigsten ist es, die Steine einzeln einzuschichten. So kann man sie mit der flachen Seite gut gegen die Außenwand legen. Das gibt am Ende ein schöneres Bild.
  • Am Ende werden die Abschlussgitter auf die Teile gelegt und mit den Spiralen verbunden oder mit Klammern festgesteckt.
  • Bruchsteine sind in der Regel noch stark mit Brecherstaub behaftet. Man kann nun warten, bis Regen sie sauber spült oder man greift zum Hochdruckreiniger.
  • Im Anschluss muss die Umgebung um das Beet gereinigt werden, denn es kommt allerhand Staubmatsch zusammen.
  • Zur Stabilisation die in der Regel mitgelieferten Spannhaken einsetzen
Benötigter Steinbedarf

GabionensteineWie viele Kilogramm Steine benötigt werden, kommt natürlich auf die Größe des Gabionen-Hochbeetes an, wie lang, breit und hoch es ist und welcher Maschenabstand gewählt wurde, also welche Steingröße genutzt werden kann. Viele Anbieter weisen beim Kauf gleich darauf hin, wie viel in die Körbe passt. Ich habe hier ein Beispiel notiert.
250 cm lang x 120 cm breit x 60 cm hoch, normale Gitterweite – 800 kg
250 cm lang x 120 cm breit x 80 cm hoch, normale Gitterweite – 1000 kg

Tipp - Einen guten Berechner für Gabionensteine finden Sie unter http://www.neupro-naturstein.de/rechner-fuer-gabionenfuellungen.html. Allerdings sind im World Wide Web noch deutlich mehr zu finden.

Häufige Fragen

Wird ein Fundament benötigt?
Bei einer Gabionenmauer, welche höher als 100 cm ist, wird ein Fundament empfohlen, um Halt zu g eben. Bei einem Hochbeet reicht es in den meisten Fällen, dass der Untergrund eben und fest ist, damit die fertigen Gitterkörbe nicht wegsacken können. Wer aber mehr Stabilität erreichen möchte, kann einfach Eisen- oder Hartholzpfähle in den Boden schlagen. Nach der Befüllung sieht man diese dann nicht mehr.

Ein Fundament dient hauptsächlich dazu, Stütz- oder Gerüstrohre zu befestigen, die wiederum das ganze Gittersystem mit den Steinen halten. Die Rohre werden also einbetoniert. Die Gitter werden über den Rohren aufgestellt und mit Befestigungsschellen an den Rohren montiert. Die Gabionen sollten mit der Wasserwaage ausgerichtet werden, damit die Seitenwände gerade sind. Das ist vor allem bei längeren Hochbeeten wichtig. Erst wenn das gesamte Hochbeet steht, gerade ausgerichtet ist und alles passt, kommen die Steine hinein.

Welche Schichten gehören in ein Hochbeet?
Ein Hochbeet wird aus unterschiedlichen Schichten zusammengebaut. Unten hinein kommt erst einmal ein Drahtgeflecht, welches verhindert, dass Mäuse oder andere Tiere ins Hochbeet gelangen. Nach oben hin wird dann das Füllgut immer feiner. 
  • Die unterste Schicht besteht aus Ästen, Zweigen, Strauchabfällen, Laub und dergleichen, ist etwa 25 cm hoch und wird mit einer dünnen Schicht Erde abgedeckt.
  • Dann kommt eine dünnere Schicht Häckselgut, ca. 10 cm hoch. Hierzu gehören dünne Äste, klein geschnittenes Holz, unbedruckte Pappe oder Karton.
  • Die dritte Schicht ist wiederum 10 bis 15 cm dick und besteht aus verrottetem Stallmist oder Dung (am besten vom Pferd). Wer die Möglichkeit nicht hat, kann auch groben Kompost verwenden.
  • Die vierte Schicht ist ca. 20 cm hoch und besteht aus einer Mischung aus grobem Küchenkompost und Erde.
  • Zuletzt kommt nährstoffreiche Erde darauf, bis zum Rand, bzw. bis knapp darunter.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema?

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Tipps für Schnellleser
- Hochbeet – günstig für Pflanzen und Rücken
- Gabionen-Hochbeet – leicht zu errichten und komplikationslos zu füllen
- Zahlreiche Vorteile, wenige Nachteile
- Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, Höhen und Größen
- Verschiedene Gitterabstände – für kleine Kiesel bis grobe Bruchsteine
- Zuerst Boden vorbereiten – ebene, feste Fläche
- Fundament meist nicht notwendig
- Drahtkörbe zusammenbauen und verbinden
- Aufstellen und ausrichten
- Mit Steinen befüllen
- Auf möglichst geringe Zwischenräume achten
- Zuletzt Körbe oben verschließen
- Spannhaken zur Stabilisation einsetzen
- Am preiswertesten sind Gabionen-Bausätze
- Leicht zu montieren
- Auswahl an Steinen groß
- Preise und Lieferkosten vergleichen
- Benötigter Steinbedarf – siehe ausführlicher Text
- Fundament – muss nicht, kann allerdings
- Hochbeet-Schichten – siehe ausführlicher Text – häufige Fragen
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