Hochteich anlegen - Terrassenteich selber bauen

MiniteichSo mancher Hobbygärtner träumt von einem eigenen Teich im Garten, scheut aber den großen Aufwand, mit schwerem Gerät ein großes Loch zu buddeln. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass daher schweren Herzens auf die Annehmlichkeiten eines plätschernden Gewässers, friedlich herumschwimmenden Fischen und prächtigen Teichpflanzen



verzichtet werden muss. Die Lösung liegt darin, einen Hochteich oder einen Terrassenteich anzulegen, der eine sinnvolle Alternative darstellt, die jeder Hobbygärtner mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst umsetzen kann. Verschiedene Alternativen stehen zur Wahl, von denen jede ihre ganz individuellen Vorteile zu bieten hat.


Hochteich anlegen mit Gabionen

Bekannt geworden sind Gabionen als Sichtschutz in modernen Gärten. Dabei handelt es sich um verzinkte Drahtkörbe, die mit Steinen gefüllt werden. Mit dem erforderlichen Material, den richtigen Werkzeugen und kreativen Ideen wird im Handumdrehen ein romantischer Teich geschaffen, in dem sich Fische tummeln und prächtige Wasserpflanzen gedeihen. Natürlich ist auf diese Weise auch eine erfrischende Badestelle möglich oder eine Kombination aus beidem. Folgendes Material wird benötigt:
  • Teich-Gabionen
  • verzinkte Stahlpfosten
  • C-Klammern
  • Verbindungsanker
  • Zange
  • Steine für die Füllung
  • Rüttelplatte
  • Teichfolie
  • Zierkies
  • Teichpflanzen
  • Pflanzkörbe
  • eventuell Fische
GabionenTeich-Gabionen sind in vielen verschiedenen Größen im Handel zu erwerben, abgestimmt auf die gewünschte Größe und das zur Verfügung stehende Einkaufsbudget. Sehr schön anzusehen sind Kombinationen aus einem Teich mit anschließender Bank-Gabione. Wie auch immer sich der Hobbygärtner entscheidet, beschwerliche und aufwendige Erdarbeiten fallen in diesem Fall nicht an.
  1. Die Fläche, auf der im Garten der Hochteich platziert werden soll, wird von sämtlichem Bewuchs befreit und mit einer Rüttelplatte festgestampft oder einem schweren Hammer verdichtet. Dies ist erforderlich, damit später im Boden unter der Belastung des wassergefüllten Teiches keine Löcher oder Absenkungen entstehen.
  2. Die Teich-Gabionen werden in Einzelteilen geliefert. Mithilfe von C-Klammern und Verbindungshaken werden sie fest miteinander verbunden. Verzinkte Pfosten, wie bei einer Gartenmauer aus Gabionen, sind bei einem kleinen Teich nicht erforderlich.
  3. Nun werden die Steine in die Drahtkörbe, den Gabionen, bis zu 2/3 der Höhe einzeln Stück für Stück eingefüllt. Dies ergibt ein harmonisches Bild und die Steine können so platziert werden, dass keine Hohlräume entstehen. Beliebte Steine für Gabionen sind Kalksteine, Basalt, Granit oder edler Marmor. Gerne werden auch Steinsorten gewählt, wie Kristallquarz, roter Turmalin und glänzender Black Marble.
  4. Befinden sich die Steine bis zu 2/3 der Höhe in den Gabionen, wird ein schützendes Teichvlies ausgeschlagen und über den Rand der Drahtkörbe gelegt. Erst danach wird die Teichfolie ausgelegt und zusammen mit dem Vlies über den Rand hinweg festgetackert. Auf das schützende Vlies unter der Teichfolie wird der erfahrene Hobbygärtner nicht verzichten, denn es schützt die Folie vor Schäden durch Steine und Wurzeln. Danach werden die restlichen Steine bis zum Rand der Gabione aufgefüllt.
  5. Jetzt ist es so weit und das Wasser kann in den Hochteich eingefüllt werden. Weiches Regenwasser ist im Prinzip besser geeignet; allerdings spricht auch nicht viel gegen normales Leitungswasser. Danach können die Gestaltungsarbeiten mit Zierkies, Teichpflanzen und Dekorationen beginnen.
Einen Hochteich mithilfe von Gabionen anzulegen ist nur eine von zahlreichen fantasievollen Gestaltungsvarianten.

Üppigen Hochteich anlegen mit Natursteinen

MiniteichMit einer Trockenmauer aus Natursteinen, reichlich Staudengewächsen

und einer passenden Teichfolie lässt sich ein Hochteich anlegen, der alle Blicke auf sich zieht. Dabei sind alle nur denkbaren Größen möglich; vom kleinsten Garten bis zur großen Parkanlage bereichert ein Hochteich das naturverbundene Ambiente. Besonders stabil wird der Hochteich, wenn die Natursteine in einer dreieckigen Form angelegt werden, wobei natürlich andere organische Formen ebenfalls möglich sind.
  1. Um die Lieferkosten für die Natursteine so günstig wie möglich zu halten, ist es ratsam, sich für eine Steinsorte zu entscheiden, die in einem nahegelegenen Steinbruch abgebaut wird. Unbearbeitete Bruchsteine helfen, zusätzlich Geld zu sparen und unterstreichen den natürlichen Look des Hochteichs. Auf ein Fundament kann bei einem Hochteich verzichtet werden. Stattdessen sollte die erste Lage der Natursteine aus statischen Gründen breiter sein, als die Mauerkrone. Im Rahmen der Aufschichtung der nächsten Steinreihen ist zwar kein Mörtel erforderlich, trotzdem sind die Steine so fest miteinander zu verkeilen, dass sie wirklich fest sitzen. Dort, wo Stauden und andere Pflanzen angesiedelt werden sollen, wird eine Mischung aus Kies und Erde eingefügt.
  2. Nach drei bis vier Steinlagen wird zunächst ein schützendes Vlies eingelegt und darüber die Teichfolie drapiert. Diese sollte nicht gestrafft liegen, weil so die Gefahr besteht, dass sie unter dem Wasserdruck reißt.
  3. Es folgen noch ein oder zwei Reihen der Natursteine bis zur gewünschten Höhe des Teichs, die gleichzeitig die Teichfolie fixieren. Die überstehende Teichfolie wird danach bündig abgeschnitten, damit sie nicht mehr zu sehen ist.
  4. Nun ist es an der Zeit, mit den Gestaltungsarbeiten am Hochteich zu beginnen. Die Stauden, die für die Pflanzung zwischen den Natursteinen vorgesehen sind, werden an den entsprechenden Stellen nass in die Erd-Kies-Mischung hineingesteckt. Die ausgewählten Teichpflanzen, die sich vorzugsweise in Pflanzkörben befinden, werden im Teich platziert. Zierkies, der auf dem Teichboden verteilt wird, sorgt für eine attraktive Farbe des Wassers. Eine Teichpumpe

    mit einem angeschlossenen Springbrunnen versorgt das Wasser mit zusätzlichem Sauerstoff und unterstreicht die optische Wirkung des Hochteichs. Natürlich spricht auch nichts dagegen, eine Unterwasserbeleuchtung zu installieren, bunte Kugeln zur Verzierung einzusetzen und andere Ideen zur Dekoration zu realisieren. Auf diese Weise entsteht eine individuelle Wasseroase, die bei Besuchern und Nachbarn für Furore sorgen wird.
  5. Ist alles zur Zufriedenheit platziert und dekoriert, kann das Teichwasser eingelassen werden. Gesammeltes Regenwasser hat zwar gewisse Vorteile; wo es jedoch nicht vorhanden ist, kann auch Leitungswasser ohne Bedenken in den Teich eingefüllt werden.
Die Gestaltung eines Hochteiches ist also gar nicht so kompliziert und aufwendig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und kreativen Ideen gelingt die Umsetzung des Plans auch den Einsteigern unter den Hobbygärtnern im Handumdrehen. Doch was ist zu tun, wenn kein Garten vorhanden ist, sondern höchstens Platz genug für eine Terrasse?

Einen Terrassenteich selber bauen

TerrassenteichWurde der Hobbygärtner bisher vor die Entscheidung gestellt, entweder eine Terrasse oder einen Teich zu bauen, gibt es jetzt eine innovative Kombination aus beidem, den Terrassenteich. Bei dieser Lösung grenzt der Teich unmittelbar an die Terrasse, sodass man vom Sitzplatz aus das Gefühl hat, die Terrasse schwebe über dem Teich. Es gehört schon etwas handwerkliche Erfahrung dazu, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Wer jedoch die folgende Anleitung beachtet, kann durchaus einen Terrassenteich selber bauen.
  1. Die Arbeit beginnt mit dem Bau der Terrasse, die aus einer Holzkonstruktion besteht. Statt alle Teile einzeln zu erwerben, bietet es sich an, gleich den kompletten Bausatz anzuschaffen. Optimal ist, wenn es sich bei dem Holz um das innovative Thermoholz handelt. Es handelt sich dabei um heimische Holzarten, die in einem Ofen auf mehr als 200° Celsius erhitzt werden. Dies führt dazu, dass derartiges Holz kaum noch wasseraufnahmefähig ist, was so nahe am Teich eine wichtige Eigenschaft darstellt. Darüber hinaus wird bei dem Vorgang der holzeigene Zucker beseitigt, der bei nicht behandeltem Holz den Fäulnispilzen als Nahrung dient. Der Holzrahmen wird zunächst verschraubt mit Spaxschrauben, den selbst schneidenden Universalschrauben, und verzinkten Winkeln.
  2. Die Zwischenträger werden nun in Metallwinkel gesteckt, die eine U-Form haben und am Holzrahmen befestigt.
  3. Jetzt werden die Pfostenhalter von unten an die Zwischenträger geschraubt. Dabei beträgt der maximale Abstand zwischen ihnen 1,20 m, weil es ansonsten zu einer unerwünscht starken Federung der Holzplanken der Terrasse kommen kann
  4. Nun wird der gesamte Unterbau umgedreht und an der Stelle positioniert, wo die Holzterrasse stehen soll. Die Stellen, an denen die Pfostenhalter im Boden betoniert werden sollen, werden gut erkennbar mit Kreide markiert.
  5. Der Unterbau wird noch einmal zur Seite gestellt. Dort, wo sich die Markierungen für die Pfostenhalter befinden, wird jeweils ein Eimer bis zum Rand eingegraben. Dann kommt der Unterbau für die Terrasse wieder an seinen Platz und wird ausgerichtet.
  6. Jeder Eimer wird komplett mit Beton, am besten Fertigbeton gefüllt, auch als verlorene Schalung bezeichnet. Über Nacht kann dann alles trocknen.
  7. Als Nächstes kommt die Schaufel zum Einsatz, denn das Loch für den Teich wird gegraben, und zwar direkt vor dem Unterbau der Terrasse. Dabei wird zunächst ein Flachwasserbereich angelegt mit einer Tiefe von 10 cm bis 20 cm und danach die tiefere Teichzone. Es macht Sinn, auch eine umlaufende Drainage zu graben, die ein Durchnässen des umliegenden Bodens verhindert. Zum Schluss wird der gesamte Bereich gründlich von Wurzeln und Steinen gesäubert.
  8. Zum Schutz der Teichfolie wird zuerst ein Teichvlies ausgelegt und erst dann die Folie ausgebreitet. Damit beides nicht verrutscht, dienen Steine als Befestigung.
  9. Die Befestigung der Teichfolie am Holzrahmen der Terrasse erfolgt, indem sie zwischen Rahmen und einer Verdoppelung von vorne festgeschraubt wird.
  10. Mittlerweile sind die Pfostenhalter fest einbetoniert, sodass die Planken der Holzterrasse mit Edelstahlschrauben angebracht werden können. Idealerweise beginnt der Hobbygärtner an der Teichseite, denn hier kommt es ganz besonders auf die optische Wirkung an.
Dann ist die schwere Arbeit erledigt und die Gestaltungsarbeiten am Terrassenteich können beginnen. Mit Ziersteinen wird die Teichfolie am Rand so abgedeckt, dass sie nicht mehr zu sehen ist. Im Teich selbst können ebenfalls helle Steine verteilt werden. Werden die Pflanzen in Körben im Teich eingesetzt, sind sie leichter zu pflegen. Eine Teichpumpe mit angeschlossenem Wasserspiel sorgt für sauerstoffhaltiges, gesundes Wasser. In der Regel dürfte ein Terrassenteich groß genug sein, um einigen Fischen, Kröten und anderem Getier eine Heimat zu bieten.

Diese Pflanzen und Fische fühlen sich im Hochteich und im Terrassenteich wohl

Algen im TeichFür mehr Abwechslung bei der Bepflanzung sorgen unterschiedlich hohe Stufen im Teich. Im Hochteich werden diese angelegt mithilfe von Ziegelsteinen, die für eine schönere Optik mit Zierkies abgedeckt werden. Der Terrassenteich erhält seine verschiedenen Wassertiefen beim Graben. Für den Flachwasserbereich mit 15 cm bis 30 cm Tiefe sind folgende Teichpflanzen besonders beliebt:
  • Froschlöffel (70 bis 100 cm Höhe; Blüte Juli-September)
  • Langes Zypergras (100 bis 120 cm Höhe; Blüte Juli-Oktober)
  • Blut Weiderich (100 bis 120 cm Höhe; Blüte Juli-September)
  • Brennender Hahnenfuß (20 bis 50 cm Höhe; Blüte Juli-Oktober)
Die Tiefwasserzone beginnt bei 30 cm und sollte mindestens 80 cm am tiefsten Punkt betragen. Hier gedeihen folgende Teichpflanzen:
  • Tannenwedel (kann bis 100 cm tief gepflanzt werden)
  • Gelbe Teichrose (wächst bis 200 cm Tiefe; Blüte Juni-August)
  • Fieberklee (kann bis 100 cm tief gesetzt werden; Blüte Juni-August)
  • Pfeilkraut (bis 50 cm Wassertiefe; Blüte Juni-Juli)
Darüber hinaus sind Unterwasserpflanzen unverzichtbar, denn sie sorgen im Teich für das biologische Gleichgewicht:
  • Hornkraut (bis 100 cm Wassertiefe der ideale Sauerstofflieferant; bildet keine Wurzeln)
  • Kanadische Wasserpest (bis 150 cm Wassertiefe; ein richtiger Algenschreck)
Beträgt die Wassertiefe mindestens 80 cm, kann der Teich zahlreichen Fischarten ein neues Zuhause bieten:
  • Goldfische (die beliebtesten Teichfische in vielen Arten)
  • Moderlieschen (werden bis 10 cm groß; ernähren sich auch von Algen)
  • Goldorfe (Schwarmfische bis 30 cm Länge; vertilgen auch unerwünschte Kaulquappen)
  • Koi (der König der Teichfische; es gibt 100 Zuchtarten für verschieden große Teiche)
Da die japanischen Koi-Fische teilweise sehr empfindlich auf schwankende Wasserqualitäten und Umweltbedingungen reagieren, kann ihre Haltung im Teich etwas knifflig werden. Einsteiger in diesem Hobby sollten daher mit den genügsamen und robusten Goldfischen starten.

Für jeden Standort gibt es den passenden Teich

Es gibt heutzutage kaum noch Gründe, die einen Hobbygärtner daran hindern, einen eigenen Teich anzulegen. Selbst die schwierige Entscheidung zwischen Terrasse und Teich ist nun gelöst durch den Terrassenteich. Wer in seinem Garten nicht tief graben kann oder will, wählt als Alternative einen naturverbundenen Hochteich, bei dem kreativen Gestaltungsideen keine Grenzen gesetzt sind. Auf die wohltuende Wirkung plätschernden Wassers und den Anblick prachtvoll blühender Teichpflanzen muss niemand mehr verzichten.
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Tipps für Schnellleser
Hochteich anlegen

- Ein Hochteich benötigt keine beschwerlichen Erdarbeiten.
- Mit einer Trockenmauer aus Natursteinen können viele kreative Ideen verwirklicht werden.
- Die Wahl der Steine aus der näheren Umgebung hält die Lieferkosten niedrig.
- Ein Vlies unter der Teichfolie schützt vor Steinen und Wurzeln.
- In einer Trockenmauer können problemlos Stauden eingepflanzt werden.
- Mit Gabionen ist der Bau eines Hochteichs auch für Einsteiger kein Problem.
- Ein Hochteich mit Gabionen erfordert kein aufwändiges Fundament.
- Statt Terrasse oder Teich, gibt es den Terrassenteich.
- Ideales Holz ist das neuartige Thermoholz, das besonders wasserbeständig ist.
- Die Pfostenschuhe dürfen maximal 1,20 m Abstand voneinander haben.
- Zahlreiche, fantasievolle Gestaltungsmöglichkeiten bei einem Terrassenteich.
- Für die Flachwasserzone und die Tiefwasserzone gibt es unterschiedliche Teichpflanzen.
- Beliebte Teichfische sind Goldfische, Moderlieschen, Goldorfe und Kois.
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