Fertigteich anlegen und bepflanzen

FertigteichViele Gartenbesitzer wünschen sich einen eigenes Feuchtbiotop im Garten, das zum einen dekorativ wirkt und zum anderen für zahlreiche Tiere und Pflanzen ein idealer Lebensort darstellt. Besonders einfach gelingt das Anlegen eines Teiches mit Hilfe einer Fertigkonstruktion, die nur noch in die ausgehobene Grube eingesetzt werden muss. Optimal bepflanzt und regelmäßig gepflegt, profitieren Hobbygärtner lange



vom eigenen Fertigteich.


Geeigneter Standort für den Teich

Vor dem Anlegen eines Teiches sollte der Standort des Gewässers sehr sorgfältig gewählt werden. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang eine gleichmäßige Sonneneinstrahlung; der Fertigteich sollte täglich etwa sechs Stunden besonnt werden. Ein halbschattiger Bereich im Garten eignet sich deshalb am besten. Vollsonnige Plätze eignen nicht, da sich unter solchen Bedingungen das Algenwachstum unkontrolliert entwickeln kann. Darüber hinaus sollte direkte Nähe zu Bäumen und Sträuchern vermieden werden; dies gilt insbesondere für Sorten, die reichlich Laub oder Nadeln produzieren. Das im Herbst herabfallende Laub führt zum einen zu erschwerten Bedingungen bei der Teichpflege und verschlechtert zum anderen die Lebensbedingungen für am Gewässer lebende Pflanzen und Tiere. Neben der idealen Besonnung sollte darauf geachtet werden, dass sich der spätere Teich nicht im Windschatten befindet; die freie Erreichbarkeit für den Wind sorgt für eine optimale Sauerstoffanreicherung im Wasser, welche die natürliche Wasserzirkulation im Teich fördert. Vor dem Anlegen eines Teiches ist außerdem die Beschaffenheit des Bodens zu prüfen; so sollte das Gewässer nicht in einem Bereich des Gartens angelegt werden, in dem Pflanzen mit dicken Wurzeln gedeihen, zum Beispiel Bambus. Andernfalls besteht leicht die Gefahr, dass die Wurzeln die Teichwanne beschädigen. Aus diesem Grund sollte auch ein Boden gewählt werden, der keine spitzen Steine enthält. Daneben muss überlegt werden, ob sich in dem gewählten Bereich Leitungen oder Rohre befinden, die beim Ausheben der Teichgrube beschädigt werden könnten. Nicht zuletzt spielt bei der Wahl eines geeigneten Standortes auch der Zugang zum Fertigteich eine Rolle; optimal ist ein gut einsehbarer Platz im Garten, der ausreichend Raum bietet, um zusätzlich auch eine Sitzgelegenheit aufzustellen.

Festlegen der Teichgröße

Teichbecken im GartenGrundsätzlich gilt: Größere Anlagen eignen sich besser als kleine Teiche. Für diese Regel können unterschiedliche Ursachen verantwortlich gemacht werden. So bieten große Teichanlagen bestimmte Vorteile:
  • stabilere Lebensbedingungen für Tiere
  • geringere Temperaturschwankungen
  • verbessertes ökologisches Gleichgewicht
  • bessere Lebensbedingungen für Fische
Insbesondere wenn Fische in den Fertigteich eingesetzt werden sollen, hat es sich bewährt, eine Anlage mit einer Tiefe von mindestens 80cm zu planen. Die ausreichende Tiefe ist insbesondere für die optimale Überwinterung der Tiere wichtig; so wird bei tiefen Teichen die Durchfrierung des Wassers verhindert. Soll der Teich keine Fische enthalten, können auch kleinere Maßen gewählt werden. Insbesondere bei der Wahl eines Fertigteiches, der mit Hilfe eines Teichbeckens angelegt wird, reicht eine Gesamtgröße von unter fünf Quadratmetern aus.

Einbau des Fertigteiches

Bevor die Grube für den Teich ausgehoben und das Becken eingesetzt werden kann, müssen die Umrisse der Konstruktion abgemessen werden. Hierzu wird das Becken auf den gewählten Standort gestellt; anschließend werden die Umrisse mit Sand markiert.

  Hinweis: Bei der Markierung ist unbedingt eine Pufferzone von 15cm zu berücksichtigen!



Jetzt können die Umrisse mit dem Spaten abgestochen werden. Das Graben und Ausheben der Grube erfolgt von innen nach außen. Beim Aushub der einzelnen Teichzonen, die durch die Form des Beckens in der Regel bereits vormarkiert ist, müssen ebenfalls Pufferzonen für jede Ebene berücksichtigt werden; diese betragen sowohl in der Höhe als auch in der Breite 15cm. Ist die komplette Erde entfernt,

wird das Becken probeweise in die Grube eingesetzt.

Teichbecken ausgrabenIn dem meisten Fällen ist noch keine vollständige Passung vorhanden, so dass Korrekturen durch Nachgraben notwendig sind. Befinden sich auf dem Teichgrund oder an den Rändern spitze Steine oder Wurzeln, müssen diese unbedingt entfernt werden. Jetzt wird Sand in einer dicken Schicht (etwa 5cm dick) auf alle waagerechten Flächen verbracht und anschließend sorgfältig fest geklopft. Diese Maßnahme vereinfacht die Ausrichtung des Bodens und sorgt darüber hinaus für einen optimalen Sitz des Teichbeckens. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, sicherzustellen, dass die Ebenen gerade liegen. Für die Überprüfung eignet sich am besten eine Wasserwaage. Anschließend wird das Teichbecken in die Grube eingesetzt; zum Auffüllen der Hohlräume zwischen Becken und Aushub wird wiederum Sand verwendet, der großzügig in die vorhandenen Lücken eingestreut wird. Mit Hilfe eines Wasserschlauches wird der Sand rundum eingeschlämmt. Auf diese Weise wird der Boden unter dem Fertigteich verdichtet; das nachträgliche Absacken des Beckens wird effektiv verhindert.

Bepflanzung des Gartenteiches

Bevor der Teich mit Wasser gefüllt werden kann, sollte die individuelle Bepflanzung erfolgen. Hierfür müssen die individuellen Teichzonen berücksichtigt werden:
  • Uferzone: trockene bis leicht feuchte Zone rund um den Teich
  • Sumpfzone: Wassertiefe bis insgesamt zehn Zentimeter
  • Flachwasserzone: Wassertiefe zwischen 10 und 50cm
  • Tiefwasserzone: ab 60cm Tiefe
Seerosen im TeichDie Bepflanzung erfolgt je nach Teichzone unterschiedlich. An der Uferzone wachsen am feuchten Teichrand zahlreiche Stauden und Gräser, auf der wasserabgewandten Seite auch Knollen- und Zwiebelblumen. Zu den klassischen Vertretern gehören Primeln, Frauenmantel, oder Teppich bildende Gewächse wie Pfennigkraut oder Günsel. In der meist überfluteten Sumpfzone

fühlen sich Pflanzen wohl, die gut im schlammigen, sauerstoffarmen Substrat gedeihen; hierzu zählen vor allem Fieberklee, Froschlöffel, Mädesüß und Binsen. Bei den Pflanzen des Flachwassers sind Wurzeln und untere Sprossteile ständig von Wasser bedeckt. Hier werden Rohrkolben, Schachtelhalm oder Sumpfschwertlilie angepflanzt. In den tiefen Gebieten des Fertigteiches gedeihen hingegen Schwimmblattpflanzen wie Wassernuss oder Froschbiss sowie diverse Arten Seerosen. Unterwasserpflanzen, die auf der Wasseroberfläche nicht sichtbar sind, sollten ebenfalls angepflanzt werden, da diese für die Sauerstoffversorgung und die Wasserklärung unentbehrlich sind. Hierzu zählen vor allem Hornblatt und Tausendblatt.

Besonders bei der Erstbepflanzung des Teiches sollte die Pflanzendichte beachtet werden. Hierbei sind bestimmte Kriterien zu berücksichtigen:
  • Erstbepflanzung erfolgt zurückhaltend
  • Sumpf- und Flachwasserpflanzen: 3 - 5 Pflanzen pro Quadratmeter
  • Überwachsung der Wasseroberfläche: maximal zu 2/3 empfehlenswert
  • Unterwasserpflanzen: 2-3 Pflanzen pro Quadratmeter Wasserfläche
Zum Einbringen der Wasserpflanzen eignen sich die Monate April und Mai. Besonders empfindliche, exotische Arten sollten allerdings erst nach Mitte Mai eingepflanzt werden. Robuste, sommerblühende Stauden, die am Teichrand gepflanzt werden, kommen hingegen im September oder im zeitigen Frühjahr in die Erde, Frühjahrsblüher nach der Blüte im Frühsommer. Einige Sumpf- und Flachwasserpflanzen neigen zu starkem Wuchern. Hierzu zählen beispielsweise Binsen, Rohrkolben und Schilfrohr. Diese breiten sich oft unerwünscht aus und überwuchern andere, empfindlichere Sorten. An Stelle eines freien Auspflanzens hat sich deshalb auch das Einsetzen der Gewächse in spezielle Wasserpflanzenkörbe bewährt. Die Kultivierung in den Körben bietet den Vorteil, dass die Pflanzen für die Überwinterung mitsamt den Körben entweder in das Winterquartier oder in tiefere Teichschichten verbracht werden kann. Als Pflanzenkörbe eignen sich feinmaschige Gitterkörbe, die vor dem Einfüllen der Erde mit Wasserpflanzentüchern, dünnen Kokosfasermatten oder Zeitungen ausgelegt werden, um das Ausspülen von Substrat zu verhindern. Anschließend werden die Körbe mit Substrat und der Pflanze gefüllt und zum Schluss mit Kieselsteinen, die an der Oberfläche ausgelegt werden, beschwert.

GartenteichDas Substrat für Teichpflanzen sollte bestimmte Eigenschaften aufweisen:
  • kalkarm
  • nährstoffarm
  • Mischungen: Aushuberde mit Sand oder feinem Kies bzw. Lehmboden/Ton
  • Flusssand-Lehm-Mischungen 2:1 oder 3:1
  • Spezielle Teich- oder Wasserpflanzenerde
Die Begrenzung des Wachstums von stark wuchernden Pflanzen kann auch mit Hilfe einer Wurzelsperre erfolgen; mit den kräftigen, unverrottbaren Folien werden die Pflanzenlöcher sorgfältig ausgekleidet. Als Wurzelsperre eignen sich ebenfalls Kunststoffeimer oder Betonringe. Die Pflanzen der Sumpf- und Flachwasserzone sowie auch Schwimmblattpflanzen wurzeln direkt im schlammigen Boden. Wird auf den Tiefenstufen des Teichs geeignetes Substrat ausgebacht, kann auch hier in den Bodengrund gepflanzt werden.

Nachdem die Bepflanzung des Fertigteiches abgeschlossen ist, kann die Grube mit Wasser befüllt werden. Hierfür eignet sich weiches Wasser; deshalb muss Leitungswasser meist entsprechend aufbereitet werden.

Pflege und Überwintern von Teichpflanzen

Bei der Pflanzenpflege sind regelmäßiges Auslichten sowie das Entfernen abgestorbener, kranker oder von Schädlingen befallener Teile von besonderer Bedeutung. Eine Düngung sollte insgesamt sehr sparsam und ausschließlich mit speziellem Dünger für Wasserpflanzen durchgeführt werden. Im Frühjahr werden Gewächse, die zu groß geworden sind, herausgenommen und geteilt. Die reduzierten Teilstücke werden anschließend neu eingesetzt. Verfilzte Wurzeln, die aus den Pflanzenkörben herausgewachsen sind, werden zuvor behutsam abgetrennt. Eine Bewässerung ist nur bei den Teichrand- und Uferpflanzen notwendig. Diese sollten regelmäßig gegossen werden. Röhrichtpflanzen werden im Frühling oberhalb des Wasserspiegels zurückgeschnitten; dieser späte Zeitpunkt sollte unbedingt eingehalten werden, da in den Stängeln zahlreiche Tiere überwintern.
Damit der Teich optimal überwintern kann, wird organisches Material besonders gründlich entfernt. Hierzu zählen abgestorbene Seerosenblätter oder Algen, aber auch Herbstlaub und Gehölzteile, Halme von Binsen und Schilf. Nicht frostharte Seerosen werden für die Überwinterung zusammen mit ihrem Pflanzenkorb aus dem Wasser gehoben und anschließend kühl und hell in Wasser gefüllten Becken oder Eimern überwintert. Bei unempfindlichen Sorten reicht es aus, wenn die Körbe in 60cm Wassertiefe gedrückt werden. Exotische Schwimmpflanzen (zum Beispiel Muschelblumen) überwintern bei 15°C. Falls der Fertigteich nicht tief genug ist oder kälteempfindliche Fische in dem Gewässer leben, werden diese in ein Überwinterungsaquarium verbracht.
Erkrankungen des Teiches: unkontrolliertes Algenwachstum

Sofern der Fertigteich korrekt bepflanzt wurde und die Anzahl der Fische nicht überhandnimmt, gestaltet sich die Pflege des Gartengewässers insgesamt sehr einfach. Aufwändigere Pflegemaßnahmen entstehen erst, wenn sich das Ökosystem im Ungleichgewicht befindet. Zu den häufigsten Störfaktoren zählt vor allem ein starker Algenwuchs. Die Ursache dieser Problematik liegt meist in einem zu hohen Nährstoffgehalt des Wassers, teilweise auch an einem hohen pH. Besonders häufig ist auch der Sauerstoffmangel für unkontrollierten Algenwuchs zuständig, der den mikrobiellen Nährstoffabbau behindert und schlimmstenfalls zum "Umkippen" des Gewässers führt. Als vorbeugende Maßnahmen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Teichwasser: hartes Leitungswasser vor der Verwendung aufbereiten
  • Verwendung von nährstoffarmem Bodengrund und spezielle Wasserpflanzenerde
  • Ansäuern des Teichwassers (z. B. durch Einhängen von Torfbeuteln)
  • Verhindern von Einschwemmungen nährstoffreicher Gartenerde (Teich 5cm höher anlegen)
  • Ausreichende Bepflanzung mit Unterwasserpflanzen, die Algen hemmend wirken
  • Einsatz von Algen fressenden Wasserschnecken (z. B. Posthornschnecken)
  • Entfernen von Laub, Pflanzenteilen und Algenresten
  • Entfernen des Teichschlammes und Zugabe von Frischwasser in regelmäßigen Abständen
  • Verwendung von Teichfiltern
  • Fischbestand niedrig halten; Fische zurückhaltend füttern
Fazit

Mit wenig Aufwand kann ein Teich mit Hilfe eines Fertigbeckens schnell und problemlos angelegt werden. Bei korrekter Bepflanzung und optimaler Pflege haben Pflanzenfreude dann lange Freude an dem dekorativen Feuchtbiotop, das darüber hinaus einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bietet.
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Tipps für Schnellleser
Fertigteich anlegen und bepflanzen

- Standort des Teiches: gleichmäßige Besonnung, 6 Stunden Sonne täglich, keine direkte Nähe zu Sträuchern und Bäumen, Windschatten vermeiden
- Teichgröße: große Anlagen verbessern ökologisches Gleichgewicht; Fische benötigen eine Mindesttiefe von 80cm
- Teichbau: beim Aushub Pufferzonen von 15cm berücksichtigen, Hohlräume mit geschlämmtem Sand verschließen

Bepflanzung
- Uferzone: Stauden und Gräser (zum Beispiel Günsel)
- Sumpfzone: Fieberklee, Froschlöffel
- Flachwasserzone: Rohrkolben, Schachtelhalm
- Tiefwasserzone: Wassernuss, Seerosen
- Pflanzenkörbe für stark wuchernde Pflanzen notwendig (zum Beispiel Binsen, Rohrkolben und Schilfrohr)
- Befüllung des Teiches mit weichem Wasser (hartes Leitungswasser vor der Verwendung aufbereiten)
- Teichpflege: Bewässerung von Uferpflanzen, regelmäßige Entfernung von Laub uns Gehölzresten im Gewässer
- Überwinterung: winterharte Sorten in tiefere Teichschichten drücken, empfindliche Pflanzen an kühlen Ort in mit Wasser gefüllten Eimern überwintern
- Krankheiten: Vorbeugen von Algenwucherung mit Hilfe von Teichfiltern, Wasserschnecken und Ansäuern des Wassers
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