Bachlauf anlegen - Anleitung zur Gestaltung

Bachlauf mit StufenFließendes Wasser im Garten kommt leider selten natürlich vor. Wir Menschen müssen meist etwas nachhelfen. Ein Bachlauf im Garten ist in vielen Fällen künstlich angelegt. Das macht aber nichts, ist er gut gemacht und gestaltet, wirkt er gaz natürlich. Vom sanften Plätschern bis zu kräftigem Rauschen, je nachdem, wie man einen Bachlauf anlegt, ist alles möglich. Es geht von der kleinen formalen Wasserrinne, die nur langsam dahinfließt, über einen naturnahen Bach, der über Steine rieselt bis hin zu kleineren oder größeren Kaskaden und Wasserfällen. Vieles ist machbar, sollte aber immer zum Stil des Gartens passen.


Bachtypen

Man kann die unterschiedlichsten Bachtypen in den Garten integrieren. Im Prinzip ist alles möglich. Selbst Gebirgsbäche mit hohen Kaskaden können gebaut werden. Alles ist eine Frage des Platzes, der Gestaltung und des Preises. Jede Fantasie kann ausgelebt werden, wenn der Geldbeutel und der Garten das hergeben. Die meisten Gewässerliebhaber bevorzugen einen Gartenteich oder aber einen langsamer fließenden Bach. Fließgewässer können optisch allerhand bieten, sind aber leise genug, um nicht zu stören. Bei der Gestaltung reicht das Spektrum von naturnahen Bächen bis hin zu Wasserrinnen, die in festen Betten strömen, und eher fließenden Zierteichen ähneln.

Typische Bachtypen
  • Naturnaher, langsam fließender Wiesenbach – schmaler, unter toller Bepflanzung fast verschwindender Bach, der mehr akustisch auffällt als optisch. Günstig sind eingebaute Staustufen oder ein geschwundener Verlauf. Man kann ihn auch durch Röhrich oder Feldsteine zu Umwegen zwingen.
  • Romantischer Bach mit kleinem Wasserfall – das beste Mittel einer erfolgreichen Gestaltung ist, satt wildem Durcheinander aus Farben und Formen, den Bachlauf und die Umgebung thematisch anzulegen. So kann man mit wenigen Gehölzen im Hintergrund und bestimmten Stauden eine Waldstimmung erzeugen, das wirkt sehr romantisch.
  • Üppig bewachsener, wilder Bachlauf – auch hier tritt der Bachlauf eher in den Hintergrund. Man hört den Bach und sieht ihn kaum. Günstig ist, den Bach in einem kleinen Becken auslaufen zu lassen. Da ist das Wasser dann präsent. Um den Bachlauf und das Becken wird dicht gepflanzt, alles soll üppig aussehen, aber eher wie zufällig, nicht wie angelegt.
  • Wild rauschender Gebirgs- oder Felsbach – natürlich aufgetürmte Felsblöcke, die eine etwas wilde Szenerie bilden. Kaskaden, die die einzelnen Stufen herabrinnen bilden das optische Highlight. Pflanzen müssen hier geschickt eingefügt werden, dürfen nicht zu dominant wirken und nichts verdecken. Am besten recht niedrig wachsende Pflanzen auswählen, als Farbtupfer.
  • Künstliche Wasserfälle – mit guter Technik ist heute alles möglich, man kann einen Wasserfall, eine Kaskade zwischen Felsen herausschießen lassen oder von Mauern rinnen, ohne dass ein spezieller Bachlauf gestaltet werden muss. Diese Objekte sind ideal für kleine Gärten. Es wird keine Landschaft gebildet, es ist ein einzelnes Kunstwerk.
Gestaltung eines Bachlaufes

Bei der Planung sollte der gewünschte Landschaftstyp im Vordergrund stehen. Das erleichtert die Konstruktion und Bepflanzung des Fließgewässers. Außerdem gilt, je natürlicher, je länger und je gewundener ein Bachlauf, desto größer ist die erforderliche Gesamtföläche. Lange Geraden sollte man aus optischen Gründen meiden. Vielmehr ist es wichtig, dem Verlauf mit den Augen folgen zu können.

Der ruhige Wiesenbach

Dieser Bach ist für ebene Gärten ideal. Ein langsam fließender Bachlauf mit sanft geschwungenen Kurven, flachen Gefällen und wechselnden Breiten kann absolut natürlich angelegt werden. Am besten wird er als Folienbach realisiert. Zwei bis drei Kurven reichen auf dem Weg von der Quelle bis zum Auffangbecken. Wichtig sind breite und schmale Abschnitte, wo später die Sumpfpflanzen hinkommen. Besonders schön wirkt, wenn man das Wasser über einige Steine fließen lässt. So entstehen Wirbel und kleine Strömungen. Außerdem werden so Geräusche erzeugt. Das Gefälle darf 1 bis 2 Prozent nicht überschreiten, sonst ist der Eindruck eines langsam fließenden Gewässers dahin. Das bedeutet einen Höhendifferenz von 5 bis 10 cm auf 5 m Bachlauf.

Der Kaskadenbach

BachlaufDer Kaskadenbach bietet den Vorteil, dass er aus fertigen Elementen recht einfach zusammengesetzt werden kann. Er ist schnell gebaut und zeigt mehr Action als ein ruhig fließender Wiesenbach. Die Elemente in Schalenbauweise können auf einfachem Sand- oder Magerbeton-Untergrund übereinander gestapelt werden. Im Rohzustand ist solche in Kaskadenbach nicht unbedingt ein Highlight, er sieht ganz einfach künstlich aus. Mit der richtigen Gestaltung ändert sich das Erscheinungsbild aber und mit dem fließenden Wasser, vor allem mit den Geräuschen, die dabei entstehen. Ideal ist eine Randbepflanzung mit überhängenden Stauden (Farnen, Gräser, Funkien usw.). Damit verschwinden auch die harten Kanten der Fertigteile. Es sieht aus, als stürze das Wasser des Baches über natürliche Kaskaden hinab. Die Quelle des Baches sollte sich harmonisch einfügen. Günstig ist, sie zwischen Gehölzen oder Felsen hervorbrechen zu lassen.

Der Bach für steiles Gelände

Bei Hanggrundstücken kann man einen Bach ganz natürlich mit großem Gefälle gestalten. Ein Gebirgsbach kann spektakulär aussehen, je nachdem, wie er angelegt ist. Wichtig ist, dass Wasser nicht gerade fließen zu lassen. Kurze hangparallele Fließstrecken, welche in Staustufen oder auch Becken (Rückhaltebecken) enden, geben dem Bach ein natürliches Aussehen. In den Becken kommt das Wasser zur Ruhe und hier ist auch der beste Platz für Wasserpflanzen. Gebirgsbäche wirken um so natürlicher, wenn das Wasser immer wieder hinter Bewuchs oder Felsen verschwinden kann, um an anderer Stelle hervorzubrechen. Das ist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, aber der Mühe Wert.

Die Umsetzung des Baus

Am Anfang steht natürlich der Plan. Man zeichnet das Grundstück auf und überlegt, wo der Bachlauf am besten langgeleitet werden kann. Wo ist der beste Platz? Dabei sind die Geländeform, Licht und Schatten, Bäume und Sträucher (Bepflanzung) einzubeziehen. Der beste Zeitpunkt, um mit dem Bau zu beginnen ist im späten Frühling. Es darf nicht mehr zu kalt sein, dass Wasser gefriert und man hat zeit bis April/Mai, wenn die ersten Wasserpflanzen eingepflanzt werden sollten. Im Somemr ist der Bau möglich, aber für das Einsetzen von Wasserpflanzen ist es zu spät, sie wachsen vor dem Winter nicht an. Damit muss man dann bis zum nächsten Jahr warten.
Erst wennman alle Materialien zusammenhat, wird mit dem Bau begonnen.

Bachlauf anlegen

Der Bachlauf steht im Mittelpunkt, aber Auffangbecken (Rückhaltebecken), Pumpe und Ansaugstutzen sind auch wichtig. Sie dürfen keinesfalls zu klein sein, denn die Wassermenge muss ausreichen, Rohre und den gesamten Bach mit Wasser zu versorgen. Ein kleiner Bachlauf von 5 Meter Länge mit kleinen Zwischenbecken braucht ein Auffangbecken von etwa 500 Liter Fassungsvermögen.

BachlaufBachschalen – zuerst die Schalen komplett auslegen und dann das Rückhaltebecken graben. Mit dem Aushub wird der Untergrund unter den Schalen modeliert. Sie brauchen ein sanft geneigtes Gefälle. Der Untergrund muss sehr fest gestampft werden. Darauf wird Sand geschichtet. Angepasst werden die Schalen von unten nach oben. Der Auslauf muss einige Zentimeter überragen. Am Ende de Leitungen von der Pumpe bis zur Quelle verlegen und ringsum mit Felsen und Steinen dekorieren!

Betonierte Bachläufe – betonierte Bachbecken sind ideal für Hänge. Günstig ist, dass der Untergrund aufgerauht werden kann und man Steine eingießen kann. An denen kann sich später das Wasser brechen. Der Bachlauf wird ausgegraben und darin Schallbretter verlegt. Die Bachschale wird ausgegossen (mit Moniereisen gegen Reißen und Frost sichern). Den noch weichen Beton kann man mit eine rKelle noch etwas unregelmäßig ausformen. Interessante Buchten, Bögen und Steilkanten können eingearbeitet werden. Alternativ mutzt man fertige U-Formsteine, welche eingegraben und mit Beton ausgegossen werden.

Folienbach – der Bachlauf wird in gewünschter Form aufgegraben, der Boden geglättet. Dann wird eine Schutzschicht aus Sand und Vlies angelegt, genau wie bei einem Folienteich. Darüber wird die Folie gebreitet. Sie muss im Bachlauf mindestens 10 bis 15 cm überstehen. Die Folie wird geglättet. Wichtig ist darauf zu achten, dass sie an keiner Stelle auf scharfkantigem Untergrund liegt oder große Falten wirft. Bevor man weiterarbeitet, erst einmal Wasser durch den Bach fließen lassen (Wasserschlauch), um zu überprüfen, dass alles reibungslos fließt. Erst dann wird das Umfeld in Angriff genommern, also Steine, Felsen, Kiesel und Pflanzen.

Folie über Staustufen – der Bachlauf wird direkt in den Hang geformt. Eine Sandschicht wird eingestampft und alles wird mit Vlies und darauf mit Folie abgedeckt. Bei sehr steilem Gelände müssen Staustufen eingebaut werden.Ohne diese fließt das Wasser zu schnell. Staustufen aus Beton lassen sich problemlos einsetzen. Bevor das Vlies und die Folie aufgelegt werden, sollte ein zusätzlicher Streifen Vlies eingelegt werden, denn Beton ist sehr rauh. Nun kann man einen Probelauf machen. In Bachlauf und Becken können größere Steine plaziert werden. Wichtig ist, das sich das Wasser natürlich bricht. Die Folie mit Kieselsteinen abdecken. Als Deko und Hindernisse werden dazwischen größere Steine plaziert. Nach dem Verlegen des Bachlaufes werden die Schächte für die Zuleitungen gegraben, Pumpe und Rohre eingebaut. Folienrand mit größeren Steinen abdecken, die geben Festigkeit. Lücken für Randbepflanzung lassen.

Tipps
  • schöner GartenteichImmer einheitliche Materialien wählen, sonst sieht der Bachlauf zu unruhig aus.
  • Teichfolie ist nicht gleich Teichfolie. Die beste aber auch die teuerste Folie ist EPDM (Kautschuk). Sie hat viele gute Eigenschaften und ist umweltneutral.
  • Bei der Pumpenauswahl unbedingt beraten lassen. Auswahl ist abhängig von Zweck, Breite und Länge des Bachlaufes, Höhe des Gefälles, Länge der Leitungsstrecke undd Durchmesser der Leitung zwischen Pumpe und Quelle.
Fazit

Ein Bachlauf wirkt oft natürlicher als ein Gartenteich, je nachdem, wie dieser angelegt ist. Auch sind die Geräusche, die ein Bach macht, meist toll anzuhören. Natürlich kommt es immer auf die Gegebenheiten im Garten an, welche Möglichkeiten der Gestaltung sich ergeben, aber prinzipiell ist viel möglich. Wer keine genauen Vorstellungen hat und wem Inspiration fehlt, kann Fachhändler besuchen, die ein großes Ausstellungsgelände haben. Dort sind Teiche und Bachläufe aufgebaut, da bekommt man einen guten Eindruck. Auch Gartenarchitekten können solche Dinge prima planen und umsetzen, das ist dann nur teurer, als wenn man es selbst macht. Ich hätte gern einen Bachlauf im Garten, lieber noch als einen normalen Teich. Ich hoffe, mein nächster Garten gibt Platz dazu her.


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Tipps für Schnellleser
Bachlauf anlegen - Anleitung zur Gestaltung
Bachlauf kann in fast allen Gärten realisiert werden.

Bachtypen
- Naturnaher, langsam fließender Wiesenbach
- Bach mit kleinem Wasserfall 
- Üppig bewachsener, wilder Bachlauf
- Wild rauschender Gebirgs- oder Felsbach
- Künstliche Wasserfälle

Gestaltung
- Ruhiger Wiesenbach – Folienbach mit Kurven und breiten und schmalen Abschnitten
- Kaskadenbach – aus fertigen Elementen einfach zusammengebaut
- Gebirgsbach – mit großem Gefälle und größerem Staubecken und Steinen als Gestaltungselement

Umsetzung
- Zuerst Plan
- Material zusammenstellen
- Bachschalen – erst auslegen, Rückhaltebecken graben, mit Aushub Untergrund modelieren, Schalen von unten nach oben anpassen
- Betonierte Bachläufe – günstig für Hänge, Steine können eingegossen werden, Bachlauf ausgraben und Schallbretter einlegen, Schale ausgießen
- Folienbach – Bachlauf graben, glätten, Schutzschicht aus Sand und Vlies, darauf Folie, zuletzt Umgebung gestalten
- Folie über Staustufen – Bachlauf direkt in den Hang formen, bei steilem Gefälle Staustufen einbauen, am besten aus Beton, darauf Folie, zur Deko Steine nutzen
- Verwendete Materialien müssen zusammenpassen!
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Über den Autor
Marion KostorzIch bin Marion aus Gifhorn, der Stadt mit dem größten Windmühlen-Museum Deutschlands, in der Südheide gelegen, also in Niedersachsen. Seit einigen Jahren arbeite ich als Freie Redakteurin und bin seit September 2012 auch für Gartendialog.de tätig. Zu meinen Hobbys gehören das Lesen und mein Garten. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich dort mit Clematis, Hortensien, Rosen, Gräsern und exotischen bzw. seltenen Pflanzen. Google