Fundament für Gartenhaus oder Gerätehaus bauen

Fundament GartenhausEin Fundament unter das Gartenhaus bauen – klingt anspruchsvoll, eher nach größerer Baumaßnahme. Das kann so sein: Wenn Sie das Gartenhaus auch nutzen möchten, um bei der Gartenparty geschützte Sitzplätze zu bieten oder damit die Kinder im Sommer abenteuerliche Übernachtungen



erleben können, lohnt sich unbedingt, eine Fundamentplatte in Größe der gesamten Hausfläche zu gießen, die etwas über Bodenniveau hinausreicht. Muss aber nicht: Wenn schwere Maschinen in ein Gerätehaus gerollt werden sollen, empfiehlt sich eher ein ebenerdiges Fundament; für das kleine Gartenhäuschen reicht ein simples Streifen- oder sogar Punktfundament.

Warum Fundament

Manchmal soll wirklich nur ein ziemlich kleines Gartenhaus in den Garten gestellt werden, dann stellt sich zunächst die Frage, ob ein Fundament überhaupt notwendig ist. Notwendig nicht unbedingt, aber empfehlenswert, aus folgenden Gründen:
  • Ein Fundament sorgt dafür, dass Ihr Gartenhaus auf einem wirklich geraden Untergrund steht.
  • Das bedeutet sicherer Stand, sogar für ein Kunststoff-Gartenhaus empfehlenswert
  • Jedes Gartenhäuschen, das gebaut werden muss, lässt sich erheblich leichter aufbauen
  • Bei Gartenhäusern aus Holz oder Stein sorgt das Fundament für längeres Leben des Bauwerks
  • Diese könnten sogar zur Seite kippen, wenn sie auf einem durch Regenwasser aufgeweichten Boden an Standfestigkeit verliert.
  • Der Schutz dagegen ist wohl die wichtigste Funktion eines Fundaments, egal welcher Bauart
  • Ein Gartenhaus kann auf einem Fundament laufende Erschütterungen besser wegstecken, z. B die einer angebauten Schaukel.
Dass ein Fundament empfehlenswert ist, heißt aber nicht, dass der Bau dieses Fundament in eine riesige Arbeit ausarten muss, es gibt nämlich sehr viele verschiedene Arten von Fundamenten mit unterschiedlich viel Arbeit beim Bauen:

Was für ein Fundament empfiehlt sich?

PunktfundamentUnter ein Garten/Gerätehaus können Sie verschiedene Fundamente gießen:
  • Ein komplettes Fundament mit frostsicherer Tiefe von rund 80 cm.
  • Empfiehlt sich für größere Gartenhäuser, die (später) einmal anders genutzt werden sollen.
  • Zum Beispiel wenn ein großes Gerätehaus in einem Garten gebaut wird, in dem gewerblich Pflanzen gezogen werden.
  • Später kann es als Sommerzimmer/Gästezimmer genutzt werden.
  • Bei Gartenhäusern für Mehrfachnutzung sollte die spätere Maximalbelastung erkundet werden.
  • Danach sollten Sie dann Fundamentstärke und Bewehrung errechnen.
  • Im Zweifel muss hier der Rat eines Statiker eingeholt werden.
  • Das normale Gartenhaus soll keinen anderen klimatischen Ansprüchen als Regenschutz genügen.
  • Es braucht keinen frostfreien Boden unter sich, sondern nur einen Boden, der geraden Aufbau und Stabilität garantiert.
  • Das bietet ein Streifenfundament unter den Außenkanten des Bauwerks.
  • Ggf. verbunden mit dünner Bodenplatte, ein leicht zu säubernder, gerader Fußboden
  • Bei kleinen, leichten Holzbauen sorgen meist Punktfundamente für ausreichende Stabilität
  • Diese Bauten können auf ebenen Böden oft sogar ohne Fundament aufgestellt werden
  • Das Punktfundament dient hier allerdings dem konstruktivem Holzschutz
  • Kritisch können Punktfundamente in Sandböden werden, oder in inkonsistenten Böden
  • Denn die Lasten über Einzelfundamente in den Baugrund abzuleiten funktioniert nur, wenn der Baugrund überall ähnlich fest ist.
  • Punktfundamente in zu leichten oder inkonsistenten Böden könnten sich unterschiedlich setzen, das Gartenhaus könnte absacken
  • Deshalb sollten Sie in sandigen, wenig standfesten Böden entweder Streifenfundamente wählen oder Punktfundamente sehr tief gründen.

Der Arbeitsablauf beim Fundament-Bau

Wenn Sie sich entschieden haben, welches Fundament es werden soll, sind folgende Arbeitsschritte zu bewältigen:

1. Untergrundvorbereitung
Egal welches Fundament gebaut werden soll, der Untergrund muss vorbereitet werden. Er muss zunächst möglichst eben werden, dass ist allein dafür notwendig, dass Sie mit Schnurgerüst/Wasserwaage überprüfen können, ob er gerade ist. Außerdem können Sie nur von ebenem Untergrund gleichmäßigen Aushub abtragen, egal ob dünne Schicht für die Rollierung (dazu gleich unten) oder tiefe Gräben/Gruben für Streifenfundamente oder Punktfundamente.

Tipp: Ebnen heißt übrigens auch, dass Sie eroberungswütige Wurzeln beseitigen, die auch ohne die Ursprungspflanze weiterwachsen und später durch die kappilarbrechende Schicht in

Ihr Gartenhaus aufbrechen wollen.

 
2. Aushub
Für ihr Fundament müssen Sie buddeln, wenn auch nicht immer sehr tief:
  • Die Fundamentbodenplatte, die unter der gesamten Fläche des Gartenhauses gegossen wird, kann ebenerdig gegossen werden.
  • Aber mit einer kappilarbrechenden Schicht von 15-20 cm darunter, die den Beton gegen Feuchtigkeit von unten abschottet.
  • Für diese muss dann also eine entsprechende Bodenschicht abgetragen werden.
  • Streifenfundamente werden frostfrei gegründet, hier müssen Sie also einen Graben von gewünschter Breite und gewöhnlich 80 cm Tiefe ausheben.
  • Punktfundamente sollten besser auch frostfrei gegründet werden, hier sind also Gruben von mindestens 40 x 40 x 80 cm Tiefe auszuheben.
3. Denken Sie an Versorgungsleitungen
Fundament GartenhausJe nachdem, was Sie mit Ihrem Gartenhaus vorhaben, ist es sinnvoll, schon jetzt wenigstens Leerrohre zu platzieren, dann kann später jederzeit eine Installation von Strom oder Wasserleitungen ohne größten Aufwand erfolgen.

4. Untergrund verdichten
Bei Streifenfundamenten oder Punktfundamenten reicht es, wenn der Untergrund  etwas festgestampft wird. Bei Plattenfundament, das belastet wird, muss der Untergrund gut verdichtet werden, um Bodenbewegungen z. B. bei Erschütterungen abzufedern, die sich sonst auf Beton und Häuschen übertragen würden.

5. Kappilarbrechende Schicht
Die kappilarbrechende Schicht wird umgangssprachlich auch Rollierung genannt und besteht aus Sand und Kies. Wenn Ihr Boden ohnehin aus Sand besteht und das Gartenhaus nicht riesig ist, brauchen Sie nur eine Kiesschicht einbringen, die muss auch nicht super dick sein: Eine 16 cm kappilarbrechende Schicht aus Kies Körnung 8/16 reicht für gewöhnliche Gartenhaus-Fundamente in einem normal beregneten Gebiet. Diese Kiesschicht wird verdichtet, damit sich Beton und Gartenhaus später nicht unter Rissbildung setzen.

6. Baufolie
Wenn das Fundament eine ganze Bodenplatte wird, kommt auf die Rollierung eine Baufolie aus PE, die die "Unterfütterung" der späteren Betonplatte in ihrer Funktion unterstützt - beide sind

dazu da, um das Aufsteigen von Nässe aus dem Untergrund in Beton und Bauwerk zu verhindern.

7. Schalung erstellen
Fundament GartenhausAls nächstes ist die Schalung dran, aus speziellen Holz-Schalungs-Brettern, die Sie auch gebraucht kaufen oder ausleihen können. Wenn Sie in einen sehr festen Boden mühsam Ihre Gruben oder Gräben stemmen mussten, können Sie sich jetzt freuen: In eine solche Erde brauchen Sie wenigstens keine Schalung mehr einbringen, nur was sich über die Erde erheben soll, braucht einen Rahmen.

Nicht so fester Boden muss vor dem Betongießen komplett verschalt werden, jede Wand des Aushubs wird mit Schalbrettern ausgekleidet, die bei größeren Gruben durch Stützen stabilisiert werden. Wie hoch die Schalung über die Erdoberfläche hinausragt, hängt von der Art des Fundaments ab: Bei Punkt- und Streifenfundament können Sie eher großzügig sein, Sie brauchen ja nur wenig mehr Schalung und Beton. Bei einer Fundamentplatte über die ganze Fläche des Hauses sollten Sie sich sehr genau überlegen, wie viele Zentimeter die Schalung über die Erdoberfläche ragen soll. Pro 1 cm höhere Schalung brauchen Sie 10 l mehr fertig gemischten Beton pro qm, bei einer Fundamentplatte von 15 qm also 150 l mehr Beton, wenn Sie die Schalung einen Zentimeter höher machen.

Über das Bodenniveau hinausgehen sollte die Fundamentplatte (und damit auch die Schalung) aber möglichst schon, zumindest wenn Ihr Gartenhaus ein eher trockenes (kuschliges) Klima haben soll, weil es auch für den Aufenthalt von Menschen gedacht ist. Sie schaffen dann mit der Fundamentplatte selbst einen Sockel, der Feuchtigkeit draußen hält und es Ungeziefer schwer macht, ins Haus einzudringen. Die Fundamentplatte sollte sich dann mindestens 10 cm über die Erdoberfläche erheben, entsprechend hoch ist die Schalung zu bauen.

Wenn es sich um ein reines Gerätehaus handelt, in dem eindringende Feuchtigkeit nicht schadet, könnten Sie die Oberkante des Fundaments ebenerdig anlegen, dann können Sie nämlich schwere Gartengeräte leichter hinein- und herausrollen.

8. Bewehrung
Fundament GartenhausEine Bodenplatte bekommt nun ein wenig Stahlgeflecht spendiert, die Risse im Beton verhindern und Stabilität und Beton-Verbund erhöhen. Diese Bewehrung wird zum Teil vor dem Beton einfüllen eingelegt, zum Teil während des Gießens, sie muss vollkommen im Beton verschwinden.  

9. Beton gießen
Nun wird der verschalte Raum mit Beton gefüllt. Größere Mengen können fertig angemischt im Betonwerk bestellt werden, kleine Punkt- oder Streifenfundamente können mit vor Ort selbst angemischtem Beton aufgefüllt werden.

Beton ist nicht gleich Beton, dem könnte man mehrere eigene Kapitel widmen. Aber unter das Gartenhaus muss soll in der Regel kein Spezialbeton, sondern einfach guter haltbarer Beton, den Sie auf jeden Fall im nächsten Betonwerk bekommen, wenn Sie sich nicht selbst über die verschiedenen Arten von Beton informieren möchten. Wenn Sie ein wenig Geduld haben, können Sie vielleicht vereinbaren, dass man bei Ihnen vorbeikommt und die paar Kubikmeter B25-Beton Körnung 0/16 bei Ihnen abkippt, wenn dieser Beton ohnehin woanders in größeren Mengen verbaut werden soll. Das könnte Ihnen Anfahrtskosten ersparen, die höher sind als der Preis für den Beton, aber Sie erhalten einen Beton von einer Festigkeit, die Sie nur schwer selbst herstellen können.

10. Abziehen, dichten, Oberfläche glätten
Fundament GartenhausWenn die Grube voll ist, wird der Beton mittels Richtscheit (Holzbrett) über die Schalung gerade abgezogen. Dann wird die Oberfläche etwa eine Woche (je nach Betonmischung)  mit Folie abgedeckt und feucht gehalten, damit der Beton gleichmäßig anzieht. Obendrauf kann nun Dichtschlämme aufgebracht werden, wenn obendrauf Holz verbaut werden soll, die schützt die Konstruktion vor Feuchtigkeit.

Wenn der Beton direkt als Fußboden dienen wird, können Sie die Oberfläche noch einmal separat glätten, wenn der Beton leicht angezogen ist.

11. Schalung entfernen ... und warten
Jetzt nur noch Schalung entfernen, und dann Geduld, es dauert mindestens einen Monat, bis der Beton so richtig ausgehärtet ist. Diese Zeit sollte er auch unbedingt bekommen, nur Beton, der während des Trocknens nicht erschüttert wird, kann (sehr) lange halten.

12. Ggf. holzschützende Verbindungen
Wenn auf das Fundament nun Holzständer gebaut werden, können Sie viel für deren Langlebigkeit tun, wenn Sie sie in einen auf das Fundament geschraubten metallenen Balkenschuh stellen.

Das ist nicht nur eine simple Methode, um vorbildlichen konstruktiven Holzschutz am Ständerholz zu verwirklichen (Wasser kann vollkommen wegtrocknen), sondern sie hilft Ihnen auch beim Bau: Eine Person kann die Ständer aufstellen und ganz in Ruhe auszurichten, Sie könnten im Zweifel sogar leichte Höhendifferenzen von Punktfundamenten ausgleichen ...

Baugenehmigung

Für alle Fundamente (eigentlich alle Bauvorhaben) im Garten gilt, dass Sie sich unbedingt zuerst erkundigen sollten, ob Sie für Ihr Vorhaben eine Baugenehmigung brauchen. Denn Baurecht ist Ländersache, und die Landesbauordnungen richten sich ganz bewusst nach regionalen Besonderheiten, neben raumordnungsrechtlichen Überlegungen können also auch gestalterische Vorgaben eine Rolle spielen. Falls sich Ihr Gartenhaus nicht auf die Maße einer großzügigen Hundehütte beschränkt, brauchen Sie vielleicht noch einen statischen Nachweis.


Fazit
Das Fundament für Ihr Gartenhaus können Sie selber bauen, in jedem Fall. Schwieriger als die eigentliche Herstellung wird häufig die Frage zu entscheiden sein, welches Fundament es denn werden soll. Diese Entscheidung erfordert nämlich einen Blick in die Zukunft: Jedes Gartenhaus oder Gerätehaus, das zwischendurch (Gartenparty) oder später (Leselaube) auch einmal Menschen beherbergen soll, sollte auf eine vernünftige frostsichere Fundamentplatte gestellt werden, die trockenes und warmes Klima gewährleistet.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema?

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Tipps für Schnellleser
- Ein Fundament empfiehlt sich auch unter einem kleinen Gartenhaus oder Gerätehaus
- Aus verschiedenen Gründen, Standsicherheit, leichterer Bau und Bautenschutz z. B.
- Sie können das Fundament für Ihr Gartenhaus oder Gerätehaus selber bauen
- Sogar verschiedene Fundamente, denn beim Gartenhaus haben Sie die Wahl zwischen Punkt-, Streifen- und Flächenfundament
- Welches dieser Fundamente Sie wählen, hängt zunächst von der Größe des Garten- oder Gerätehauses ab
- Dann aber auch von der späteren Nutzung, wenn sich (später) Menschen im Haus aufhalten sollen, soll das Klima trocken sein
- Das gewährleistet am besten ein Fundament, das über die ganze Fläche unter dem Gartenhaus geht
- Sie sollten auch überlegen, wie weit Ihr Fundament über die Erdoberfläche reichen soll
- Auch das wird je nach Zweck des Gartenhauses oder Gerätehauses entschieden
- Erst wenn all das entschieden ist, geht es ans Fundament bauen, im Artikel erhalten Sie einen Überblick über den Arbeitsablauf
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